Angebotsplanung
Gegen Einsamkeit: Erfolgsmodell Sonntagsbrunch feiert Jubiläum
Was als Sektfrühstück begann, ist heute ein etablierter Sonntagsbrunch für Senior:innen in Frankfurt. Quartiersmanagerin Melanie Labsch schuf damit einen Ort, an dem aus fremden Nachbar:innen Freund:innen werden und Einsamkeit keine Chance hat.
Vom Sektfrühstück zum Erfolgsmodell
Was tun, wenn ältere Menschen zwar in unmittelbarer Nähe zueinander wohnen, sich aber nicht kennen? Diese Frage stellte sich Melanie Labsch, Quartiersmanagerin und stellvertretende Einrichtungsleitung im AGAPLESION OBERIN MARTHA KELLER HAUS in Frankfurt. Im Rahmen eines Digitalprojekts bemerkte sie, dass viele ihrer Kund:innen alleine leben, oft in direkter Nachbarschaft zueinander. Ihre Lösung: ein gemeinsames Frühstück mit Sekt. „Ein Sektchen trinkt doch jeder mal gerne“, erinnert sich Labsch. Mittlerweile wird zwar kaum noch Sekt getrunken, weshalb die Veranstaltung zum „Sonntagsbrunch“ umbenannt wurde.
Wachsende Gemeinschaft über Stadtgrenzen hinaus
Was in kleiner Runde begann, hat sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. „An manchen Tagen durften wir 15 Gäste begrüßen. Da konnte es schon mal vorkommen, dass wir ad hoc Brötchen nachorganisieren mussten“, berichtet Labsch. Die Teilnehmer:innen kamen schnell miteinander ins Gespräch, und es entstanden echte Freundschaften. Der gute Ruf des Brunchs verbreitete sich, sodass mittlerweile nicht nur Menschen aus Sachsenhausen, sondern auch aus Oberrad und Bockenheim regelmäßig teilnehmen.
Zusammenhalt und persönliche Highlights
Die entstandene Gemeinschaft zeigt sich in berührenden Momenten: Als eine Teilnehmerin nach einem Sturz nicht selbstständig zum Frühstück kommen konnte, organisierten die anderen umgehend einen Rollstuhl, um ihre Teilnahme zu ermöglichen. Labsch beobachtet mit Freude, wie aus förmlichem Siezen schnell ein vertrautes Duzen wird. „Dass es einfach nie still ist und wir uns vor allem über schöne Dinge des Lebens austauschen, zaubert mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht“, so die Quartiersmanagerin.
Das Angebot wird durch ein Team aus Kolleg:innen und Ehrenamtlichen unterstützt. Neben dem regulären Buffet mit Müsli, Joghurt, Ei, Aufschnitt, Brötchen und Lachs gab es zur Zweijahresfeier besondere süße Leckereien und festliche Dekoration. Trotz gelegentlicher Anlaufschwierigkeiten an arbeitsreichen Wochen zieht Labsch ein positives Fazit: „Nach spätestens drei Minuten mit meinen ‚Damen und Herren‘ ist das weg. Ich merke, wie sehr auch ich von dieser Zeit im Miteinander profitiere.“
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