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Studie belegt: Sinnvolle Mission motiviert Freiwillige am stärksten
Kleine Geschenke oder symbolische Gesten? Eine neue Studie der Universität Vechta zeigt überraschend: Diese gängigen Anwerbestrategien für Ehrenamtliche sind weniger wirksam als gedacht. Entscheidend für die Motivation von Freiwilligen ist vielmehr eine klare, überzeugende Mission.
Überraschende Erkenntnisse zur Freiwilligenmotivation
Der Bedarf an Freiwilligen ist in unserer Gesellschaft hoch. Ohne sie wären viele Angebote, die das gesellschaftliche Zusammenleben tragen, nicht möglich – von kulturellen Aktivitäten bis zur Alltagsunterstützung. Doch wie gewinnt man Menschen für unbezahlte Arbeit?
Forschende der Universität Vechta sind dieser Frage nachgegangen und haben dabei überraschende Erkenntnisse gewonnen. In einem Feldexperiment mit mehr als 500 Teilnehmenden untersuchten Maximilian Hiller, Devin Kwasniok und Vanessa Mertins vom Fach Management Sozialer Dienstleistungen, welche Anwerbestrategien tatsächlich die Bereitschaft zum Engagement erhöhen.
„Die Nonprofit-Organisationen setzen auf unterschiedliche Strategien: kleine Geschenke, symbolische Gesten oder die direkte Bitte um kleinere Gefallen, die den Einstieg erleichtern sollen“, erklärt Maximilian Hiller. „Wir sind der Frage auf den Grund gegangen, welche Ansätze tatsächlich wirken.“
Die Macht einer überzeugenden Mission
Die Ergebnisse der Studie widerlegen gängige Annahmen: Weder kleine Geschenke noch Einstiegsbitten führten zu höheren Engagement-Raten als in der Kontrollgruppe. Dennoch beteiligten sich 16 bis 18 Prozent der Angesprochenen freiwillig – ein ausgesprochen hoher Wert für ein kurzfristiges, einmaliges Ehrenamtsprojekt.
Die zentrale Erkenntnis: Entscheidend war nicht der materielle Anreiz, sondern die Überzeugungskraft des Projekts selbst. „Für uns war das wirklich überraschende Ergebnis, wie wenig andere Antreiber gewirkt haben im Vergleich zur Sinnhaftigkeit eines Projekts“, betont Hiller.
Diese Erkenntnis sendet ein wichtiges Signal an die Praxis. Für Nonprofit-Organisationen sind eine klare Mission und das Vertrauen der Engagierten offenbar wirkungsvoller als kostspielige Anreizsysteme. Engagement entsteht vor allem dann, wenn Menschen den Sinn einer Aufgabe erkennen und sich mit ihr identifizieren können.
Praxisrelevante Forschung für mehr Teilhabe
Gefördert wurde das Projekt von der Volkswagen-Stiftung und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Ergebnisse wurden in der international führenden Fachzeitschrift „Nonprofit and Voluntary Sector Quarterly“ veröffentlicht und zeigen, wie datengetriebene Forschung gesellschaftlich relevante Fragen beantworten kann.
Die Universität Vechta ist zudem am Projekt „ViVerA“ beteiligt, das zum Ziel hat, 1.000 neue Freiwillige für ein Engagement in der Altenpflege zu gewinnen – ein Bereich, in dem neben dem generellen Personalmangel auch Freiwillige fehlen, die Hauptamtliche entlasten sowie Bewohner:innen beschäftigen und unterstützen könnten.
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