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ALTENPFLEGE 2026: „Eine gute Qualifikation ist eine Voraussetzung für gute Qualität“
Als größter privater Betreuungsdienst Deutschlands steht Home Instead für individuelle häusliche Betreuung, Entlastung pflegender Angehöriger und verlässliche Qualitätssicherung. Diese Themen sind auch für viele stationäre Einrichtungen hochrelevant – etwa im Hinblick auf Kooperation, Fachkräftesicherung oder neue Formen der Betreuung. Im Interview mit der Redaktion gibt Thomas Eisenreich einen Einblick, was Messebesuchende auf der ALTENPFLEGE 2026 vom 21. bis 23. April in Essen erwartet. Machen Sie sich selbst in Bild im Bereich Pflege & Therapie (Halle 7).
Home Instead versteht sich als Ergänzung zur klassischen ambulanten und stationären Pflege. Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Pflegeeinrichtungen und Home Instead konkret aussehen – und wo entstehen dadurch Entlastungen für professionell Pflegende?
Thomas Eisenreich: Alle Home Instead Betriebe haben eine Zulassung als Pflegedienst (§ 72 SGB XI). Allerdings werden die Betreuungs- und Pflegeleistungen zeitumfassend erbracht, in der Regel ab 1,5 Stunden am Stück. So können tagesstrukturierende Leistungen bis hin zu zeitintensiven Grundpflegeleistungen aus einer Hand, orientiert an den Bedarfen und Wünschen der Kunden sowie deren Angehörigen, geleistet werden. Ein anschauliches Beispiel ist das Duschen von Menschen mit einer demenziellen Erkrankung. Das geht nicht in wenigen Minuten. Mit dem entsprechenden Zeitbudget lässt sich das über eine Home Instead Betreuungskraft gut schafffen. Hinzu kommt, dass die Leistungen nicht nur aus einer Hand, sondern möglichst auch von der gleichen Betreuungskraft erbracht wird. So baut sich Vertrauen auf, dass wichtig ist, wenn man eine längere Zeit zusammen verbringt.
Qualität und Qualifikation: Mit Ihrem mehrstufigen Lehrprogramm und der CarePro Akademie setzen Sie auf qualifizierte Betreuungskräfte. Wie sichern Sie Qualität und fachliche Kompetenz – und welchen Mehrwert kann das auch für stationäre Partner bieten?
Thomas Eisenreich: Eine gute Qualifikation ist eine Voraussetzung für gute Qualität. Internationaler System-Standard von Home Instead sind schon immer gute Qualifizierungen. Die nationalen Anforderungen passen daher gut zu unserem Selbstverständnis. Mit der eigenen CarePro Akademie haben wir die Umsetzung der hohen Anforderungen selbst in der Hand. Dies gilt auch für entsprechende Fortbildungen, die wir auf die Anforderungen in der Praxis ausrichten und immer wieder aktualisieren. Daran andockend finden regelmäßige Audits in den Betrieben statt, die über die Anforderungen des Medizinischen Dienstes hinaus gehen. Ergänzt wird die Qualitätsbetrachtung durch jährliche Mitarbeitenden- und Kundenbefragungen über ein externes Institut. So können wir die wahrgenommene Qualität erheben und daraus Entwicklungsbedarfe ableiten. In der stationären Pflege sind wir nicht aktiv. Vor Ort finden in immer mehr Regionen Zusammenarbeiten mit Anbietern des Betreuten Wohnen statt. Ebenfalls sind selbstverantworte Wohngruppen immer häufiger Auftraggeber.
Entlastung pflegender Angehöriger: Angehörige sind für stationäre Teams wichtige, aber oft stark belastete Partner. Wie unterstützt Home Instead Familien – und wie kann dies die Zusammenarbeit mit Einrichtungen verbessern?
Thomas Eisenreich: Es gibt einige Fälle, bei denen Angehörige eine zusätzliche Betreuung in der stationären Pflege beauftragen. Also eine zusätzliche Leistung, die nicht von den Pflegekassen finanziert werden. Das ist dann eine Art selbstorganisierte Zusatzleistung. Gerade Angehörige, die räumlich nicht in der Lage sind, sich regelmäßig um ihre pflegebedürftigen Verwandten zu kümmern, beauftragen solche Leistungen. Als Dienstleister können wir auch Gruppenangebote in stationären Einrichtungen, in deren Auftrag, durchführen. Das ist allerdings nur selten der Fall.
Innovation und Digitalisierung: Sie beschäftigen sich mit digitaler Prävention und modernen Betreuungskonzepten. Welche Ansätze oder Tools könnten auch stationären Einrichtungen helfen, Selbstständigkeit und Lebensqualität ihrer Bewohner:innen zu fördern?
Thomas Eisenreich: Als ambulanter Anbieter können wir dazu nichts sagen und es wäre auch vermessen, aus dieser Perspektive dies beantworten zu wollen. Ich gehe davon aus, dass unsere Kolleginnen und Kollegen in den stationären Einrichtungen dafür die richtigen Ansätze verfolgen. Im ambulanten Bereich sind präventive Angebote gesetzlich bisher nicht vorgesehen. Das soll sich demnächst ändern. Wir halten das für sehr wichtig und setzen uns für diese Änderung ein.
Blick in die Zukunft: Welche Entwicklungen und Trends prägen Ihrer Ansicht nach die Zukunft der Pflege – insbesondere im Zusammenspiel von professioneller Pflege, ergänzender Betreuung und gesellschaftlichem Wandel?
Thomas Eisenreich: Wir stehen vor einem Umbruch der Ansprüche. Wer Geld hat und dies auch ausgeben möchte, stellt hohe Ansprüche an die Betreuungs- und Pflegeleistungen. Auch im hohen Alter wollen Menschen noch möglichst viel erleben und mitmachen. Das können Anbieter wie wir unterstützen und ermöglichen. Dazu gehört dann beispielsweise auch die Organisation einer Betreuung und Pflege in den USA für eine deutsche Kundin, die ihre Kinder in New York besucht hat. Unsere Kollegen haben dort übernommen, die Absprachen dazu sind alle in Deutschland gelaufen. Inkl. der Begleitungen zum Flugzeug und der Abholungen.
https://www.altenpflege-messe.de
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