Angebotsplanung
Tanzen im Sitzen sorgt für ganzheitliche Aktivierung
Tanzen im Sitzen (TiS) ist eine speziell für ältere Menschen konzipierte Aktivierungsmethode, die Bewegung und Musik harmonisch verbindet. Das ganzheitliche Konzept fördert nicht nur körperliche Fähigkeiten, sondern stärkt auch kognitive Funktionen, emotionales Wohlbefinden und soziale Bindungen.
Ein aktivierendes Konzept mit vielen Facetten
Tanzen im Sitzen ist eine auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnittene Tanzform, die sich als wirksames Aktivierungsangebot in Pflegeeinrichtungen etabliert hat. Die Verbindung von Bewegung und Musik spricht Menschen auf einer tiefen, natürlichen Ebene an und entfaltet eine unmittelbare positive Wirkung: Freude, spontanes Lachen, Wachheit und Bewegungsfreude sind die sichtbaren Resultate.
Die Methode ist besonders inklusiv, da sie für alle Bewohner:innen geeignet ist – auch für Menschen mit stärkeren Beeinträchtigungen. Die Bewegungsabläufe wiederholen sich mehrmals, sodass die Teilnehmenden sie gut umsetzen können. „Der Spaß an der Bewegung zur Musik steht im Vordergrund, nicht die perfekte Ausführung“, betont Johanna Lammers, Ausbildungsreferentin des Bundesverband für Senior:innentanz (BVST) in Bremen, in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Aktivieren.
Das Konzept unterscheidet drei Arten von Tänzen: Gymnastische Tänze erwärmen den Körper, fördern die Koordination und lösen Spannungen. Thementänze begleiten die Teilnehmenden mit einer einfachen Geschichte durch alltagsnahe Bewegungen und bieten zusätzlich Gesprächsanlässe. Tänze mit Handgeräten und Rhythmusinstrumenten ermöglichen großzügige Bewegungen und bieten taktile und visuelle Reize, die von eigenen Befindlichkeiten ablenken können.
Ergänzt wird das Tanzen durch kleine Texte, Lieder und Gedächtnisspiele, die für einen erholsamen Wechsel zwischen körperlicher und geistiger Aktivität sorgen.
Vielfältige positive Wirkungen auf allen Ebenen
Tanzen im Sitzen entfaltet seine Wirkung auf verschiedenen Ebenen. Körperlich regt es zu Bewegungen an, die im Alltag oft nicht mehr ausgeführt werden. Grob- und feinmotorische Bewegungen werden durch die rhythmische Wiederholung trainiert, der ganze Körper aktiviert und einer zunehmenden Versteifung entgegengewirkt.
Kognitiv werden durch die tänzerischen Bewegungsabläufe, die in kleinen Lernschritten erarbeitet werden, Gedächtnis, Konzentration, Merkfähigkeit und Reaktionsvermögen gefördert. Bekannte Melodien wecken Interesse, Aufmerksamkeit und Erinnerungen, was besonders bei Menschen mit Demenz wertvoll sein kann.
Auf psychischer Ebene wirkt die Musik unmittelbar auf die Emotionen und kann zum Abbau von Ängsten, Stress und Unruhe beitragen. Das gemeinsame Tanzen wird zum Erfolgserlebnis, das das Selbstbewusstsein stärkt und nachhaltig in den Alltag hineinwirken kann.
Sozial fördert das gemeinsame Tanzen die Wahrnehmung der Teilnehmenden untereinander und regt die Kommunikation an. Besonders für zurückgezogene Bewohner:innen bietet es einen wichtigen Aufforderungscharakter und hilft, Berührungsängste und Blockaden abzubauen.
Auch für die Mitarbeitenden in Pflegeeinrichtungen bietet Tanzen im Sitzen zahlreiche Vorteile. Es eröffnet ein neues, kreatives Tätigkeitsfeld, bei dem sich durch die verschiedenen Tänze, Gespräche und die besondere Gruppendynamik schnell ein großer Erfahrungsschatz entwickelt.
Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Aktivieren. Weitere Ideen für bewegte Angebote finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.
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