Angebotsplanung

Compassio setzt auf G-WEG für mehr Mobilität bei Senior:innen

Mit dem innovativen Trainingskonzept G-WEG implementiert die compassio Gruppe ein systematisches Mobilitätsprogramm in ihren Einrichtungen. Das Konzept verbindet therapeutisch fundierte Bewegungsförderung mit alltagsnahen Übungen und zeigt bereits nach kurzer Zeit positive Effekte auf Gangsicherheit und Selbstständigkeit der Bewohner:innen.

Bewohnerin mit Rollator auf dem G-Weg
Erste sichtbare Fortschritte des Trainings auf dem G-Weg zeigen sich bereits nach wenigen Wochen. Foto: compassio Gruppe

Mobilität als Schlüssel zur Lebensqualität

Immobilität im Alter führt nicht nur zu erhöhter Sturzgefahr, sondern begünstigt auch kognitive Einbußen, soziale Isolation und steigenden Pflegebedarf. Die compassio Gruppe begegnet dieser Herausforderung mit einem evidenzbasierten Trainingsansatz: dem G-WEG. In Kooperation mit der G-WEG GmbH wird das Programm aktuell in 13 Regionen deutschlandweit pilotiert und ist seit Ende 2025 flächendeckend in allen compassio-Einrichtungen im Einsatz.

„Unser Anspruch ist es, moderne Pflegepraxis mit der Befähigung unserer Mitarbeitenden durch wirkungsvolle Methoden zu verbinden“, betont Monika Nirschl, COO der compassio-Gruppe, die die Kooperation initiierte. „In den ersten Pilotphasen haben wir erlebt, wie motivierend der G-WEG wirkt: Betreuungskräfte fühlen sich gestärkt – und die Zusammenarbeit im Haus profitiert spürbar.“

Systematisches Training mit innovativer Gangmatte

Kernstück des G-WEG ist eine sechs Meter lange und 1,20 Meter breite Gangmatte, die mit 98 methodischen Übungskarten ausgestattet ist. Die auffällige Gestaltung mit einer Rasenfläche und Kantensteinen dient dazu, Bewohner:innen eine flüssige Gangbewegung zu ermöglichen und Stolpergefahren zu reduzieren. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf 2.150 Euro.

Das Trainingsprogramm kombiniert Mobilitätstraining, Gleichgewichtsförderung, Reaktionsschulung und kognitive Aktivierung durch duale Aufgabenstellungen. Die Übungen fokussieren sich auf alltagsnahe Szenarien wie das Servieren eines Tellers oder das Bewältigen von Hindernissen beim Gehen. Die Durchführung kann sowohl in der Einzelbetreuung als auch in kleinen Gruppen erfolgen, wobei mindestens zwei Einheiten pro Woche empfohlen werden.

Für die erfolgreiche Umsetzung sorgt ein mehrstufiges Schulungskonzept: In achtstündigen Fortbildungen werden Leitungskräfte des Sozialen Dienstes und Pflegedienstleiter:innen als Multiplikator:innen ausgebildet. Sie schulen anschließend ihre Kolleg:innen und sorgen für die nachhaltige Verankerung des Konzepts im Alltag. „Durch praxisnahe Rollenspiele, Fallbeispiele und moderierte Diskussionen werden die Teilnehmenden gezielt auf die Arbeit mit dem G-WEG vorbereitet“, erklärt Britta Muffert vom Qualitätsmanagement.

Spürbare Erfolge für Bewohner:innen und Personal

Bereits nach wenigen Wochen regelmäßigen Trainings zeigen sich erste sichtbare Fortschritte: ein stabileres Gangbild, sicherere Bewegungsabläufe und wachsende Selbstständigkeit. „Der G-WEG gibt den Bewohnern Sicherheit. Sie sind deutlich stabiler im Umgang mit dem Rollator und bewegen sich wieder mit mehr Selbstvertrauen“, berichtet Sandra Sprenger, Betreuungsfachkraft im Haus am Koppelteich in Kamen.

Auch Andrea Tourneur, Leitung Betreuender Sozialer Dienst in der Seniorenresidenz Ennigerloh, beobachtet positive Veränderungen: „Die Bewohner gewinnen durch die Wiederholungen Sicherheit. Sie sehen, dass sich auch andere etwas trauen, und gewinnen mehr Vertrauen zu sich selbst und zu uns als Team. Vor allem aber entdecken sie wieder Freude an der Bewegung.“

Die Wirkung des G-WEG erstreckt sich auch auf den Pflegealltag: Durch die gestiegene Selbstständigkeit der Bewohner:innen verringern sich Mobilisationsbedarfe, Transfers werden leichter und der Pflegeprozess insgesamt effizienter. Pflegekräfte berichten von einer spürbaren Entlastung, da aktivere Bewohner:innen weniger Unterstützung benötigen und Bewegungen wieder selbstverständlicher in ihren Alltag integrieren.

Der G-WEG ist nicht nur als Aktivierungsangebot zu verstehen, sondern lässt sich systematisch in den pflegerischen Versorgungsprozess integrieren. Im Strukturmodell zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation kann er als Maßnahme unter dem Fokusfeld „Mobilität und Bewegung“ geplant und dokumentiert werden. Zudem unterstützt das Konzept die Umsetzung pflegewissenschaftlicher Empfehlungen, etwa aus dem Expertenstandard „Erhaltung und Förderung der Mobilität“ (DNQP 2020).

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Aktivieren. Weitere Ideen  für bewegungsfördernde Angebote finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.

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