Biografiearbeit

Zeit für mehr Diversität

Biografiearbeit heißt heute auch, neue Lebensentwürfe jenseits klassischer Rollenbilder zu kennen und zu akzeptieren. Es gibt viele Möglichkeiten, Biografiearbeit diversitätssensibler zu gestalten.

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Biografiearbeit heißt auch, neue Lebensentwürfe zu kennen und zu akzeptieren, auch wenn diese fernab der eigenen Lebensrealität liegen sollten.
Foto: Adobe Stock/william87

Zeit für mehr Diversität: Biografien werden beeinflusst durch kulturelle und soziale Prägung, Zeitgeschichte, Gefühle, Erinnerungen sowie Interpretationen. Wie das Wort Biografiearbeit bereits beschreibt, geht es dabei um Arbeit. Arbeit bedeutet hier, sich seinem Gegenüber zu öffnen und offen für seine Lebensgeschichte zu sein. Biografiearbeit heißt aber auch, gegebene kulturelle Voraussetzungen zu hinterfragen und zu berücksichtigen, neue Lebensentwürfe zu kennen und vermeintlich alte Rollenbilder auch persönlich ausblenden zu können und neue Lebensentwürfe zu akzeptieren, auch wenn diese fernab der eigenen Lebensrealität liegen sollten.

Statt starrer Biografiebögen in ein offenes Gespräch einsteigen

Seit der Einführung der Strukturierten Informationssammlung (SIS) treffen viele Mitarbeiter:innen in Pflegeeinrichtungen auf das Problem, dass der klassische Biografiebogen abgeschafft wurde. Was im ersten Moment ein Hindernis darstellen könnte, birgt bei genauerer Betrachtung neues Potenzial. Denn fernab eines starren Biografiefragebogens besteht jetzt die Möglichkeit, direkt, offen und mit dem Diversitätsgedanken mit einem neuen Bewohnenden in das Biografiegespräch einzusteigen.

Wichtig: gesellschaftliche Normen/Rollenbilder und Ansichten hinterfragen

Am einfachsten gelingt es, wenn Sie starre gesellschaftliche Normen/Rollenbilder und Ansichten hinterfragen und innerhalb der Einrichtung anfangen, Sprache und Ansichten zu erneuern. Dabei geht es nicht um die Frage, ob ich gendere oder nicht, sondern darum, ob eine Einrichtung in der Lage ist, eine inklusive Sprache und neue Rollenbilder für sich zu finden und diese mit in die Unternehmenskultur und mit in das Leitbild einfließen zu lassen. Unsere Gesellschaft ist bunt und divers und wird in Zukunft noch bunter und diverser werden, auch in der Senior:innenarbeit.

Prüfen, ob geschlechterspezifische (noch) Angebote passen

Geschlechterspezifische Angebote sollten Betreuungsteams stets kritisch hinterfragen und genau schauen, ob die gängigen Rollenbilder für die Bewohnenden noch aktuell erscheinen oder ob ich so Menschen ausgrenze oder sogar verletze, da sie nicht in die vorgegebenen Rollenbilder passen. Diversität zu denken bedeutet, auch einen anderen Weg des Handelns einzuschlagen. Es wird immer so sein, dass die Mehrheit in Pflegeheimen der heteronormativen cis-geschlechtlichen Gesellschaftsnorm entsprechen wird. Jedoch findet auch hier bereits ein Umdenken und Aufheben der klassischen Rollenbilder und Muster statt, die Betreuende unbedingt in die Senior:innenarbeit integrieren sollten.

Passend dazu: Agaplesion macht Diversität erlebbar; Korian Stiftungsaward geht an queersensible Einrichtung

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Aktivieren. Weitere Ideen für die Beschäftigung finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.

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Seminar 3: Fachlich kompetent und anforderungsgerecht in der Aktivierungspraxis – mit Bettina Greb Kohlstedt

Hier geht es um das Qualitätsmanagement sozialer Betreuungsangebote: Welche Anforderungen an eine „gute Pflege“ kann die soziale Betreuung übernehmen? Wie werden Aktivierungsangebote gestaltet und wo sind sie in der Dokumentation zu finden? Dieses Seminar erläutert mit starkem Praxisbezug und beispielhaft, wie Aktivierungsangebote risikogruppengerecht, biografisch und fachgerecht umgesetzt werden können.
https://www.vincentz-akademie.de/kursuebersicht/seminar-3/

08.05.24 in Leipzig
16.04.24 via Zoom