Demenz

Wie einfühlsame Kommunikation mit Menschen mit Demenz gelingt

Für Fachkräfte in der Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz ist eine einfühlsame und geduldige Kommunikation von zentraler Bedeutung. Natalie Stenzel, erfahrene Dozentin und Ausbilderin, teilt in ihren Seminaren und Fortbildungen praxisnahe Tipps, wie diese Herausforderung gemeistert werden kann. Im Interview mit der Redaktion Aktivieren gibt sie in der Septemberausgabe erste Einblicke.

an den Händen halten
Oft ist für Betreuende nichts anderes zu tun, als einfach nur für einen Menschen da zu sein. Foto: Werner Krüper

Wie einfühlsame Kommunikation mit Menschen mit Demenz gelingt: Natalie Stenzel betont im Gespräch mit Aktivieren, dass viele Pflegende zu sehr auf technische Hilfsmittel und vorgefasste Annahmen vertrauen, statt auf ihre eigene Intuition und die direkte Kommunikation. Ein Beispiel schlechter Kommunikation wäre das ungeduldige Auffordern zur Toilette zu gehen. Besser wäre es, einfühlsam und mit Respekt zu agieren: „Ich begleite Sie gerne zur Toilette.“ Solche kleinen Änderungen können das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz erheblich verbessern.

Demenzformen und Kommunikationsstrategien

Es ist wichtig, die spezifischen Herausforderungen der verschiedenen Demenzformen zu kennen. So beeinträchtigt beispielsweise die Frontotemporale Demenz (FTD) die Sprachbildung und das Sprachverständnis erheblich, was zu ungewöhnlichen und manchmal unangemessenen Sprachmustern führen kann. Verständnis und Geduld sind hier unerlässlich, ebenso wie kreative Ansätze in der Kommunikation, wie der Einsatz von Handgesten oder visuellen Hilfsmitteln.

Herausforderungen und Lösungen

Die Kommunikation mit Menschen mit Demenz erfordert eine kreative und engagierte Herangehensweise. Stenzel rät dazu, alternative Kommunikationsmethoden wie das Zeigen von Fotos oder das Nutzen von Handgesten auszuprobieren. Es geht darum, was möglich ist und auch kleine, scheinbar unbedeutende Versuche können eine große Wirkung haben.

Zeitmanagement und Selbstfürsorge

Viele Betreuende klagen über Zeitmangel. Stenzel bietet in ihren Fortbildungen machbare Selbsthilfetechniken an, die in den Pflege- und Betreuungsalltag integriert werden können. Zudem betont sie die Bedeutung von Momenten der Ruhe und des Verweilens mit den Pflegebedürftigen, um Stress auf beiden Seiten zu reduzieren.

Ursachen von Stress und negativen Gefühlen

Stress und Unruhe bei Menschen mit Demenz können durch unerfüllte Bedürfnisse oder äußere Reize wie Lärm verursacht werden. Stenzel betont die Ähnlichkeiten zwischen den Ursachen von Stress bei Betreuungsprofis und Menschen mit Demenz und fordert zu einer sensiblen und aufmerksamen Herangehensweise auf.

Durch eine auf Wohlwollen und Geduld basierende Kommunikation kann die Lebensqualität von Menschen mit Demenz erheblich verbessert werden. Stenzel ermutigt Pflege- und Betreuungskräfte dazu, ihre eigene Intuition zu nutzen und kreative Wege der Interaktion zu finden, um eine herzerwärmende und würdige Betreuung zu gewährleisten.

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Aktivieren. Ideen für die Betreuung von Menschen mit Demenz finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.

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