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Strukturmodell: weniger Aufwand in der Betreuungsdokumentation

Neben dem geringeren Dokumentationsaufwand stecken in der Einführung des Strukturmodells zur Entbürokratisierung in der Pflegedokumentation (EinSTEP) vor allem Chancen für die Betreuungsarbeit: Die neuen Strukturen der Dokumentation stärken die Fachlichkeit im Sinne einer bewohnerorientierten Begleitung.

Hand in Nahaufnahme blättert in Dokumentationsordner
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Die neuen Pflegeprozessstrukturen reaktivieren die Fachlichkeit der Mitarbeiter in der Sozialen Betreuung und stärken deren Selbstvertrauen.

Foto: Werner Krüper

Mit der aufwändigen Dokumentation, bei der oft für jede Aktivierung bei jedem Bewohner mit zwei bis drei Sätzen beschrieben wird, an welchen Aktivitäten er teilgenommen hat, mit welcher Aktivitätsbereitschaft und in welcher Tagesform dies geschehen ist, soll und kann bald Schluss sein. Eine Rückbesinnung auf die Grundsätze der Dokumentationslogik wird durch das EinSTEP-Modell auch für Betreuungsdokumentation ermöglicht. Auf die Grundsätze des Strukturmodells und dessen Bestandteile – speziell im Hinblick auf die Belange der Sozialen Betreuung, geht Aktivieren-Autorin Bettina Greb-Kohlstedt in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift ein (Teil 1/3). (kostenloses Probeexemplar bestellen)

Zum Beispiel auf das Berichteblatt: Es soll besondere Vorkommnisse und Abweichungen von Erkenntnissen aus der SIS und der Maßnahmenplanung beinhalten. Es kann über einen längeren Zeitraum ohne Einträge bleiben, nämlich immer dann, wenn es keine Ereignisse oder Abweichungen gibt, also bei "stabiler Bewohnersituation". Es soll keinesfalls Informationen wie: nichts Neues, keine Vorkommnisse oder hat sich heute besonders gefreut enthalten. "Diese sogenannten Informationen sind weder pflege- noch betreuungsrelevant", so Greb-Kohlstedt.

Fachlichkeit gewinnt

Inhalte von Beratungsprotokollen, Fragen zur Risikoanalyse und besondere Empfehlungen der Expertenstandards können im Rahmen der unterstellten "Pflegefachlichkeit und Betreuungsfachlichkeit" ausreichend sichergestellt sein. Sie werden durch Schulungen und Qualifikationen nachgewiesen und müssen nicht schriftlich niedergelegt sein, etwa im Beratungsprotokoll, in einem Assessment oder einem Profil für Wohlbefinden etc.

"Sich täglich wiederholende Leistungen im Rahmen der Betreuung können durch das Qualitätsmanagement (QM) einmalig handlungsleitend beschrieben werden", rät die Expertin und Mulitplikatorin. Sie werden dann codiert und den Mitarbeitern geschult. Dann gilt für diese Leistungen der "Immer-so-Beweis", sie müssen nicht mehr täglich abgezeichnet und nicht mehr ausführlich in der Maßnahmenplanung beschrieben werden.

Buchtipp: Formulierungshilfen. Aktivitäten der Sozialen Betreuung dokumentieren