Demenz

Nationale Demenzstrategie baut Netzwerk mit Musiktherapie aus

Die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft ist neue Akteurin im Netzwerk der Nationalen Demenzstrategie. Damit trägt qualifizierte Musiktherapie aktiv zur Versorgung der mittlerweile 1,8 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland bei.

musik gitarre werner krueper
Die „Musikalisierung“ der Begleitung von Menschen mit Demenz könnte schon bald durch die musikalischen Akteure im Netzwerk der Nationalen Demenzstrategie Resultate verzeichnen. Foto: Werner Krüper (Schmuckbild)

Nationale Demenzstrategie baut Netzwerk mit Musiktherapie aus: Musik spielt eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderung, die die steigende Zahl demenzbetroffener Menschen bedeutet. Kein anderes nicht-medikamentöses Mittel kann eine entsprechend hohe positive Wirkung nachweisen. Die Wirkung von Musik auf Gedächtnisfunktionen und ihr emotionales Unterstützungspotential sind gut erforscht. Wenn die Schwere der Erkrankung und damit die kognitiven und kommunikativen Einschränkungen zunehmen, braucht es häufig therapeutisches Expertenwissen und spezielle Kompetenzen, um Musik unterstützend einzusetzen.

„Menschen mit Demenz profitieren von Musik in vielen Bereichen ihres Lebens“, bestätigt Prof. Dr. Jan Sonntag, Beauftragter für Musik und Demenz der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft:

Musiktherapeut:innen erreichen auch Menschen mit fortgeschrittener Demenz

„Begleitsymptome der Demenz wie depressive Verstimmungen, starke Unruhezustände und Ängste erfordern neben Einfühlungsvermögen und musikalischen Kenntnissen fundiertes medizinisches und psychologisches Fachwissen. Musiktherapeut:innen sind in der Lage, Menschen zu erreichen, die aufgrund der Schwere ihrer Symptomatik durch wichtige niedrigschwellige Angeboten nicht erreicht werden können.“

Hier kann das Engagement der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft im Netzwerk der Nationalen Demenzstrategie wichtige Anstöße geben.

Verbund mit starken Partnern

In der Nationalen Demenzstrategie engagiert sich die Musiktherapie im Verbund mit starken Partnern, die sich in der Bundesinitiative Musik und Demenz zusammengeschlossen haben. Gemeinsam mit dem Deutschen Musikrat, der Deutschen Gesellschaft für Musikgeragogik sowie dem Bundesmusikverband Chor und Orchester tritt sie für die Entwicklung von musikbasierten Angeboten im gesamten Spektrum des Musiklebens ein: niedrigschwellige Angebote wie nachbarschaftliche Singgruppen, demenzsensible Chor- und Orchesterpraxis, musikgeragogische Einzel- und Gruppenarbeit oder eben die Teilnahme an spezialisierter Musiktherapie.

Passend dazu: Bundesinitiative „Musik und Demenz“ startet