Demenz

Hoher Cholesterinspiegel und nachlassende Sehkraft sind Risikofaktoren für Demenz

Ein neuer internationaler Bericht erweitert die Liste der veränderbaren Risikofaktoren für Demenz um einen hohen Cholesterinspiegel und nachlassende Sehkraft.

Fast die Hälfte der weltweiten Demenzfälle könnte verhindert werden, würden 14 Risikofaktoren ausgeschaltet. Foto: epd-Bild/Jochen Günther

Hoher Cholesterinspiegel und nachlassende Sehkraft sind Risikofaktoren für Demenz: Der neue Bericht der „Lancet Commission on dementia prevention, intervention, and care“ („Lancet-Kommission für Demenzprävention, -intervention und -pflege“) zeigt, dass fast die Hälfte (45 Prozent) der  Demenzerkrankungen vermieden oder verzögert werden könnte, würden die 14 zumeist veränderbaren Risikofaktoren ausgeschaltet.

Neben den neu als Risikofaktoren identifizierten hohen LDL-Cholesterinwerten ab einem Alter von etwa 40 Jahren und dem unbehandelten Sehverlust im späten Alter sind das: geringe Bildung, Hörminderung, Bluthochdruck, Rauchen, Fettleibigkeit, Depression, Bewegungsmangel, Diabetes, übermäßiger Alkoholkonsum, traumatische Kopfprellungen, Luftverschmutzung und soziale Isolation.

Laut Stefan Teipel vom Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Rostock sind die beiden neuen Risikofaktoren sicherlich solide belegt, aber die Summe der verhinderbaren Demenzfälle über alle Risikofaktoren hinweg werde nicht bei 45 Prozent liegen: „Die Studie addiert die einzelnen modifizierbaren Risiken auf knapp 45 Prozent. Wenn man mehrere Risikofaktoren beeinflusst, gibt es jedoch synergistische Effekte, man kann für einzelne Individuen die Effekte der Risikoreduktion deswegen nicht einfach aufsummieren.“

Prävention ist auch Aufgabe der Politik

Noch dazu würden sich die verschiedenen Faktoren miteinander verschränken, erklärt Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). So beeinflusse etwa eine nicht rechtzeitige Korrektur von Hör- oder Sehkraftverlust die Kommunikation der Betroffenen, was sich auf kognitive Fähigkeiten und soziale Interaktionen auswirke: «Regelmäßiges kognitives Training und Vereinsamung sind wiederum Faktoren, die ebenfalls bei der Demenzentwicklung eine Rolle spielen.“

Der Neurologe betont, dass neben geistigem Training – etwa durch Kreuzworträtsel, das Erlernen einer Fremdsprache oder eines Musikinstruments – auch eine gesunde Ernährung, möglichst wenig Alkohol, ausreichend körperliche Bewegung und ein gesundes Körpergewicht wichtig seien, um einer Demenz auf individueller Ebene vorzubeugen.

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