Biografiearbeit
Erinnerungszimmer setzt Schlüsselreize
Ein fein eingedeckter Tisch, eine Milchkanne, ein Radio aus den 1950er-Jahren und viele weitere Einrichtungsgegenstände machen die Gute Stube zu einem besonderen Erinnerungsort für begleitete Aktivierungen – und spricht auch eher zurückgezogene Menschen an.
Das Pflegezentrum Bürgerheim Nördlingen in Bayerisch-Schwaben hat die Idee einer „Guten Stube“ umgesetzt, wie viele alte Menschen sie von früher kennen. Die Ideee stammt von einem Mitarbeitenden, der eine Fortbildung zur Gerontopsychiatrischen Fachkraft besucht hat. Immer wieder schwärmten die Menschen von den Gegenständen, die es im heutigen Alltag nicht mehr gibt. „Das sind Dinge des täglichen Lebens. Die fehlen jetzt schmerzlich“, erzählte eine 88-jährige Bewohnerin. Daraufhin wurde ein Aufruf gestartet, aufgrund dessen Angehörige und Bürgerinnen und Bürger zahlreiche traditionelle Gegenstände im Bürgerheim abgaben: beispielsweise ein in alter Küchenschrank, Geschirr, Bilder, Haushaltsgegenstände, ein Krauttopf, eine alte Schreibmaschine, bis hin zur „Rieser-Bauerntracht“.
Je nach biografischen Hintergrund der Bewohnerinnen und Bewohner, gibt das Betreuungsteam mit einzelnen biografischen Gegenständen gezielte Impulse in begleiteten Besuchen der „Guten Stube“. So setzt sich eine von Demenz betroffene ehemalige Buchhalterin an die alte Schreibmaschine und fühlt sich in ihre Bürowelt versetzt. Eine andere ehemalige Hausfrau, die oft zum Kaffeeklatsch geladen hatte, kommt an der mit silbernen Kaffeelöffeln und Kuchengabeln und Servietten eingedeckten Tafel ins Erzählen.
Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Aktivieren. Weitere Ideen für die biografische Aktivierung finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist für Abonnent:innen der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.
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