Demenz
Die richtigen Motivationsknöpfe drücken
Der fachlichen Herausforderung, Menschen mit Demenz zu motivieren, widmet sich der Schwerpunkt der Maiausgabe von Aktivieren. Demenzexpertin Dr.Svenja Sachweh erläutert die Schlüsselrolle positiver Gefühle und wie Betreuende sie im Alltag einsetzen können.
Die richtigen Motivationsknöpfe drücken: Die Demenz macht die Betroffenen apathisch und passiv. Das erfährt Svenja Sachweh immer wieder. Häufig erinnern sich Menschen mit Demenz laut der Kommunikationsexpertin krankheitsbedingt weder daran, dass sie an einer vorgeschlagenen Aktivität schon einmal Freude hatten. Noch können sie sich vorstellen, dass sie ihnen gefallen könnte.
Zu den Faktoren, die beim Ablehnen eine Rolle spielen, gehören neben der Lustlosigkeit auch die Art des Angebots, individuelle Neigungen (zum Beispiel Menschenscheu) sowie etwa die Angst, sich zu blamieren.
Argumente haben keine Chance
Deswegen brauchen Betreuungskräfte demenzgerechte Strategien, um die Bedenken der Bewohner:innen geschickt zu zerstreuen, weiß Sachweh. „Und wie meine Studien zur Kommunikation mit Menschen mit Demenz in Wohngemeinschaften und Pflegeheimen zeigen, bedeutet demenzgerecht in diesem Zusammenhang vor allem eines – nämlich beim Motivieren auf rationales Argumentieren, also auf das Begründen zu verzichten.“ Denn je reduzierter die Auffassungsgabe und das Sprachverständnis der betroffenen Person sei, desto weniger komme bei ihr an, warum sie etwas (nicht) tun sollte. Entsprechend seien Erklärungen wie „Wenn Sie vormittags zu viel schlafen, können Sie nachts nicht schlafen!“ in der Regel zwecklos.
Die Überzeugungskraft von Gefühlen bleibt erhalten
„Umgekehrt heißt das, dass Betreuende beim Motivieren vor allem auf die Überzeugungskraft der bei den meisten Demenzen länger erhaltenen Gefühle setzen sollte“, rät Sachweh in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Aktivieren. Einige Erfolg versprechende Strategien zum Wecken von Interesse und Neugier stellt sie im Schwerpunkt der Ausgabe vor.
Lesen Sie außerdem von Bettina Greb-Kohlstedt, was strukturierte Biografiearbeit ausmacht und wie sie als kontinuierlicher Prozess weit in die Maßnahmen- und Angebotsplanung hineinwirkt.
Die Maiausgabe von Aktivieren erscheint am 15. Mai. Weitere Ideen für die Beschäftigung finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.
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