Demenz

Demenzerkrankte stärker einbinden

Der Psychologe Professor Feliciano Villar von der Universität Barcelona setzt sich mit seiner Forschungsarbeit dafür ein, die Teilhabe von Menschen mit Demenz in Langzeitpflegeeinrichtungen am sozialen und gesellschaftlichen Leben zu verbessern.

Betreuerin und Bewohnerin stecken die Köpfe zusammen und lächeln, mit Blume im Vordergrund
Mehr Einbindung und Mitsprache sind wichtige Elemente gegen soziale Ausgrenzung von demenzbetroffenen Menschen in Langzeitpflegeeinrichtungen. Foto: Werner Krüper

Das Leben in einer Langzeitpflegeeinrichtung kann demenzerkrankte ältere Menschen vor große Herausforderungen stellen: Ihr Alltag wird reglementiert und kontrolliert durch Fachpersonal. Oft können sie nicht mehr an wichtigen Aktivitäten innerhalb und außerhalb ihrer Einrichtung teilnehmen. Dadurch erfahren sie laut einer Meldung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) soziale Ausgrenzung auf vielfältige Weise – in den vergangenen Jahren sogar verstärkt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie.

„Wir müssen unsere Erwartungen an die Art der Pflege, die wir hier für akzeptabel halten, überdenken. Nur so können wir die Situation auch positiv ändern“, sagt er. Villar unterscheidet drei Ebenen, in denen die Aktivitäten von Demenzerkrankten in der Langzeitpflege gefördert werden könnten: Selfcare, Teilhabe und Entscheidungsfindung bei Aktivitäten innerhalb der Einrichtung sowie Bürgerbeteiligung in der Gemeinschaft.

Mehr Einfluss auf eigene Behandlung

„Demenzerkrankte sollen in die Lage versetzt werden können, mehr Kontrolle über Aktivitäten zu haben, die ihre Selbstpflege betreffen“, unterstreicht der Psychologe. Dafür wird er unter anderem ein positives Beispiel aus seiner Forschung anführen, bei dem Menschen mit Demenz bei ärztlichen Gesprächen über ihre weitere Behandlung mit involviert wurden. „Das hat auch enorme Auswirkungen auf die Sichtweise des Personals“, ergänzt er.

Mehr Mitsprache bei Veranstaltungsplanung

Auch bei der Teilhabe an Aktivitäten in den Pflegeeinrichtungen sieht Professor Villar Potenzial. So könnten betroffene Bewohner oder Bewohnerinnen zum Beispiel mehr bei der Gestaltung von Veranstaltungen wie Konzerten involviert werden, indem auch ihre Präferenzen und Wünsche mitberücksichtigt werden.

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