Demenz

Demenz: Großer Zuspruch für zweiten Desideria Fotopreis

40 Prozent mehr Bewerbungen sind in diesem Jahr für den Desideria Fotopreis eingegangen. Die Siegerbilder thematisieren unter anderem Lebensfreundschaft, Zusammengehörigkeit über Generationen und Auseinandersetzung mit der eigenen Krankheit. Die Bildwelt des „Desideria-Preis für Fotografie 2024 – Demenz neu sehen“ zeigt, dass der Begegnung und dem Umgang mit demenziell veränderten Menschen hohe Lebensqualität inne wohnen kann.

Desideria-Fotopreis 2024, Sieger Kathegorie Amateur
Preisträger in der Kategorie "Amateur": Gezeigt wird die Geschichte einer tiefen Freundschaft zwischen dem Fotografen Dimitrij Rudmann und Axel, einem ehemaligen Schiffbrüchigen und darstellenden Künstler. Als sich die beiden kennenlernten, befand sich der Fotograf in einer Sinnkrise, aus der Axel ihm heraushalf. Trotz Axels fortschreitender Demenz blieb ihre Freundschaft stark und intensivierte sich in den letzten Jahren vor Axels Tod. Foto: Desideria Preis für Fotografie 2024/Dimitrij Rudmann, Wuppertal

Desideria Fotopreis zu Demenz: Grenzen überwinden, hinschauen und gemeinsam Erlebtes bewahren. Dass sie das können, haben die Bewerberinnen und Bewerber beim „Desideria Preis für Fotografie 2024 – Demenz neu sehen“ unter Beweis gestellt. Der Fotowettbewerb hat mit seiner zweiten Auflage laut Presseinformation noch mehr Zuspruch und eine größere Reichweite erzielt. Die Qualität der eingesandten Bilder habe an Intensität und Vielfalt dazugewonnen. Mehr als 570 Fotografien wurden von 78 Bewerber:innen aus Deutschland und Österreich eingereicht. Das waren 40 Prozent mehr Bewerbungen als bei der Premiere im Jahr 2022 (wir berichteten).

38 Einsendungen kamen von Profis, acht von Nachwuchsfotografen und 32 von Amateurfotograf*innen. Bei der Preisverleihung am 15. Oktober 2024 in München wurden vier ausgewählte Siegerarbeiten mit insgesamt 11.000 Euro prämiert. In der Kategorie „Profi“ ließ sich die Jury von den eindringlichen Aufnahmen von Evelyn Werner aus Hamburg einnehmen. Sie zeigen Szenen aus dem Leben der 16-jährigen Sarah, die an Kinderdemenz erkrankt ist. In der Kategorie „Nachwuchs“ hob sich Daniel Huss aus Wackernheim mit seinen intensiven Schwarz-Weißbildern ab, die vom WG-Alltag seiner Großmutter Bärbel erzählen. Das Bilddokument einer innigen Männerfreundschaft von Dimitrij Rudmann aus Wuppertal überzeugte in der Kategorie „Amateur“. Einen Sonderpreis erhielt Profi-Fotografin Brigitte Tast aus Schelerten für ihre Serie „Mein Baum der Erkenntnis“. Darin veranschaulicht sie das Fortschreiten der eigenen Erkrankung in narrativen Bild-Text-Kombinationen. Weitere acht Arbeiten würdigte die Jury mit je einer „Besonderen Erwähnung“.