Demenz
Demenz: Fast sieben Prozent der ab 65-Jährigen betroffen
Laut einer aktuellen RKI-Studie liegt die Prävalenz für Demenzerkrankungen bei Personen ab 65 Jahren bei 6,9 %. Unter den 95-Jährigen und Älteren sind 32,7 % der Frauen und 27,4 % der Männer von einer Demenzerkrankung betroffen.
Das Robert Koch Institut (RKI) hat die Prävalenz von Demenzerkrankungen in der Bevölkerung für die Jahre 2017 bis 2022 mithilfe von Krankenkassenroutinedaten der AOK-Versicherten alters-, geschlechts- und morbiditätsadjustiert geschätzt (administrative Prävalenz).
Dabei kam heraus: Im Jahr 2022 waren 2,8 % der Bevölkerung ab 40 Jahren in Deutschland von einer Demenzerkrankung betroffen (administrative Prävalenz). Dies entspricht nahezu 1,4 Millionen Personen. Bei Frauen lag die Prävalenz laut der Studie bei 3,3 %, bei Männern bei 2,4 %.
Prävalenz nimmt mit dem Alter starkt zu
Mit dem Alter nimmt die Prävalenz von Demenzerkrankungen stark zu. Bei Personen ab 65 Jahren liegt die Prävalenz demnach bei 6,9 %. Unter den 95-Jährigen und Älteren sind 32,7 % der Frauen und 27,4 % der Männer von einer Demenzerkrankung betroffen.
Die regionale Verteilung zeigt auch nach Altersstandardisierung ein klares Muster in Richtung einer höheren Prävalenz von Demenzerkrankungen in einigen Regionen im Westen Deutschlands und in Bayern und sowie besonders in den östlichen Bundesländern. „Der Unterschied ist also nicht vornehmlich auf die im Mittel ältere Bevölkerung in diesen Regionen zurückzuführen“, so das RKI.
„Weiterhin ansteigende absolute Zahlen“
Interessant: Im Zeitverlauf ergab sich zwischen 2017 und 2022 ein Rückgang der Prävalenz von Demenzerkrankungen in Deutschland um nahezu 0,6 Prozentpunkte. Bei den 95-Jährigen und Älteren gab es den stärksten Rückgang um gut 6 Prozentpunkte von 37,9 % auf 31,5 %.
Dennoch weist das RKI drauf hin, dass auch bei aktuell rückläufiger altersstandardisierter Prävalenz diagnostizierter Demenzerkrankungen diese von sehr hoher Public-Health-Relevanz und eine große Herausforderung für die Versorgung darstellten. „Denn Prognosen für die kommenden Jahrzehnte gehen aufgrund der demografischen Alterung weiterhin von ansteigenden absoluten Zahlen von betroffenen Personen aus“, heißt es in der Studie.
Prävention kommt große Bedeutung zu
Aufgrund des hohen Maßes an Verlust eigenständiger Lebensführung und Lebensqualität der Betroffenen sowie der dadurch hohen Belastungen ihrer Angehörigen komme der Prävention von Demenzerkrankungen (insbesondere in der mittleren Lebensphase) große Bedeutung zu.
Dies betreffe unter anderem die Vermeidung verhaltensbezogener Risikofaktoren sowie die Förderung von Schutzfaktoren, wie einer guten sozialen Integration bis ins hohe Alter. „So könnte trotz demografischer Alterung perspektivisch dem Anstieg der Zahl demenzkranker Menschen entgegengewirkt werden“, so das RKI.
Zur Publikation des RKI: Demenzerkrankungen – Prävalenz, Trends und regionale Verteilung in Deutschland
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