Demenz
Neue Studie: Musiktherapie kann depressive Symptome lindern
Eine aktuelle Übersichtsarbeit zeigt, dass Musiktherapie depressive Symptome bei Menschen mit Demenz lindern kann. Die Forschung liefert Hinweise auf positive Effekte – vor allem direkt nach der Therapie.
Demenz führt nicht nur zu Gedächtnisverlust, sondern auch zu emotionalen Veränderungen. Besonders depressive Symptome treten häufig auf. Eine neue Übersichtsarbeit des Cochrane-Netzwerks untersucht nun, ob Musiktherapie helfen kann.
Ein niederländisches Forschungsteam analysierte dazu 30 Studien mit insgesamt 1.720 Personen. Die Teilnehmenden erhielten mindestens fünf Musiktherapie-Sitzungen. Die meisten lebten in Pflegeheimen. Die Therapieformen umfassten aktives Musizieren, etwa das Spielen von Instrumenten, sowie rezeptives Musikhören.
Positive Effekte auf Depression und Verhalten
Die Ergebnisse legen nahe, dass Musiktherapie direkt nach der Intervention depressive Symptome lindern kann – mit einer moderaten Vertrauenswürdigkeit der Evidenz. Auch allgemeine Verhaltensprobleme könnten sich verbessern, jedoch ist die Evidenz hier nur von niedriger Qualität.
Unklar bleibt, ob Musiktherapie langfristige Effekte auf Emotionen, Kognition oder Unruhezustände hat. Bisherige Studien liefern hierzu keine eindeutigen Ergebnisse. Im Vergleich zu anderen Aktivitäten, etwa Malen, zeigt Musiktherapie möglicherweise positive Auswirkungen auf das Sozialverhalten und Ängste.
Weitere Forschung notwendig
Ob die beobachteten Effekte länger als vier Wochen anhalten, bleibt offen. Es gibt bisher nur wenige Studien, die langfristige Auswirkungen untersucht haben.
Da die meisten Daten aus Pflegeheimen stammen, fordern die Forschenden weitere Studien, insbesondere in gemeindenahen Umgebungen. So könnten neue Erkenntnisse helfen, Musiktherapie gezielter einzusetzen, um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern.
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