Demenz

Gehirntraining: Kann Puzzeln Demenz vorbeugen?

Viele Menschen fragen sich, ob regelmäßiges Puzzeln das Risiko einer Demenzerkrankung senken kann. Angesichts der jährlich rund 400.000 Neuerkrankungen in Deutschland wächst das Interesse an möglichen präventiven Maßnahmen. Doch wie wirksam ist Puzzeln tatsächlich – und welche weiteren Aktivitäten tragen zur geistigen Fitness bei?

Senioren puzzlen
Puzzeln beansprucht eine Vielzahl von Fähigkeiten, darunter Wahrnehmung, Flexibilität und logisches Denken. Doch die Deutsche Hirnstiftung betont, dass es nicht ausschließlich das Puzzeln ist, das das Gehirn fit hält. Foto: Susanne Lietz

Mentale Herausforderungen für ein gesundes Gehirn

Puzzeln fordert verschiedene kognitive Fähigkeiten wie Wahrnehmung, logisches Denken und Flexibilität. Doch laut der Deutschen Hirnstiftung reicht das allein nicht aus, um das Gehirn dauerhaft fit zu halten. Entscheidend sei eine vielseitige geistige Stimulation. „Wichtig ist, sich bis ins hohe Alter aktiv geistig zu fordern“, betont Prof. Dr. Kathrin Reetz, Präsidentin der Deutschen Hirnstiftung, gegenüber der Frankfurter Rundschau.

Eine australische Studie mit über 10.000 Teilnehmern zeigt, dass geistig anregende Aktivitäten wie Puzzles oder Kreuzworträtsel das Demenzrisiko um neun Prozent senken können. Noch effektiver sind jedoch anspruchsvollere Tätigkeiten wie das Erlernen einer neuen Sprache oder das Schreiben von Briefen, die eine Risikoreduktion von elf Prozent bewirken.

Bewegung als zusätzlicher Schutzfaktor

Neben geistigen Herausforderungen spielt körperliche Aktivität eine entscheidende Rolle in der Demenzprävention. Besonders Tanzen kombiniert körperliche Bewegung mit kognitiven Anforderungen. „Hier kommen Improvisation, motorische Koordination und geistige Anstrengung zusammen“, erklärt Prof. Dr. André Fischer vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen.

Soziale Kontakte nicht vernachlässigen

Auch soziale Interaktionen sind eine wichtige Säule zur Vorbeugung von Demenz. Prof. Reetz warnt davor, dass der Rückzug ins Private, beispielsweise durch isolierte Aktivitäten wie Puzzeln, den Verlust sozialer Kontakte nicht ersetzen kann. Engagement in Vereinen oder ehrenamtliche Tätigkeiten helfen, soziale Isolation zu vermeiden und tragen so zur geistigen Gesundheit bei.

Passend dazu: Soziale Isolation ist ein Risikofaktor für Demenz