Demenz

Demenzkranke verbringen oft Jahre im Pflegeheim

Jede zweite an Demenz erkrankte Person lebt innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose in einem Pflegeheim. Dies zeigt eine aktuelle Metaanalyse der Universität Rotterdam, die 261 Langzeitstudien auswertete. Die mediane Überlebenszeit nach Diagnosestellung beträgt 4,8 Jahre, wobei das Alter und die Demenzform eine entscheidende Rolle spielen.

Betreuerin und Bewohnerin stecken die Köpfe zusammen und lächeln, mit Blume im Vordergrund
Bis zur Aufnahme in ein Pflegeheim vergingen im Median 3,3 Jahre. 13 % der Menschen mit Demenz wurden bereits im ersten Jahr nach Diagnosestellung in ein Heim aufgenommen, nach fünf Jahren waren es 57 %. Foto: Werner Krüper

Lebenserwartung und Heimeintritt

Die Forschungsergebnisse verdeutlichen erhebliche Unterschiede in der Lebenserwartung abhängig vom Alter bei Diagnosestellung. Männer, die mit 65 Jahren eine Demenzdiagnose erhalten, leben im Median noch 5,7 Jahre, während es bei einer Diagnose mit 85 Jahren nur noch 2,2 Jahre sind. Bei Frauen sind es 8 Jahre beziehungsweise 4,5 Jahre.

Im Durchschnitt verbringen Demenzkranke etwa 3,3 Jahre zu Hause, bevor sie in ein Pflegeheim aufgenommen werden. 13 % der Betroffenen ziehen bereits im ersten Jahr nach der Diagnose in eine stationäre Einrichtung, nach fünf Jahren sind es 57 %.

Einflussfaktoren auf die Prognose

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Überlebensdauer. Das Zusammenleben mit einer anderen Person scheint die Lebenszeit zu verlängern, während eine höhere Bildung sie verkürzt. Dieses Phänomen erklärt das kognitive Reserve-Paradigma: Menschen mit höherer Bildung kompensieren kognitive Einbußen länger und erhalten ihre Diagnose oft erst in einem späteren Stadium der Krankheit.

Auch regionale Unterschiede sind bemerkenswert. Demenzkranke in Asien haben eine um 1,2 bis 1,4 Jahre längere Überlebenszeit als in den USA oder Europa. Zudem zeigt sich, dass Betroffene mit einer Alzheimer-Diagnose im Durchschnitt 1,4 Jahre länger leben als Menschen mit anderen Demenzformen.

Trends in der Langzeitbetreuung

Der Vergleich von Studien vor und nach dem Jahr 2000 deutet auf eine gestiegene Lebenserwartung hin. Allerdings ist dieser Effekt vor allem in klinischen Studien sichtbar, die vermehrt jüngere Patientengruppen untersuchen. In Studien, die die Gesamtbevölkerung abbilden, ist dieser Trend weniger ausgeprägt.

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