Demenz

Bremer Fernsehpreis geht an Film über Demenzkonzept „Gammel-Oase“

Dass augenscheinliches Chaos Menschen mit Demenz durchaus guttun kann, zeigt ein 20-minütiger Filmbeitrag des WDR zur „Gammel-Oase“ in der Demenzbetreuung. Die Lokalzeit aus Dortmund überzeugte damit die Jury des Bremer Fernseh- und Digitalpreises. Dieser sucht im Auftrag der ARD die besten deutschsprachigen regionalen Ideen aus Fernsehen, Web und digitalen Projekten, die eine besondere Nähe zu den Menschen herstellen.

Durch die Preisverleihung führte der Juryvorsitzende Frank Plasberg, unterstützt und begleitet von Yvette Gerner, Radio Bremen-Intendantin, und Jan Weyrauch, Radio Bremen-Programmdirektor.
Durch die Preisverleihung führte der Juryvorsitzende Frank Plasberg, unterstützt und begleitet von Yvette Gerner, Radio Bremen-Intendantin, und Jan Weyrauch, Radio Bremen-Programmdirektor. Foto: Radio Bremen

Bremer Fernsehpreis geht an Film über Demenzkonzept „Gammel-Oase“: Die Lokalzeit aus Dortmund gewann am 8. November 2024 den Bremer Fernsehpreis unter anderem in der Kategorie „Bestes konstruktives Video“.

„Bestes konstruktives Video“: Demenz-WG in Marl

Lokalzeit-Dortmund-Autorin Justine Rosenkranz besuchte für den Beitrag „Chaos als Therapie in der Demenz-WG“ aus dem Juni das Juli-Kolb-Seniorenzentrum in Marl. Dort gehen demenzkranke Menschen neue Wege – in der ersten „Gammel-Oase“ Deutschlands. Dabei handelt es sich um einen Wohnbereich, in der die 14 an Demenz erkrankten Menschen den ganzen Tag tun und lassen können, was sie wollen.

Doch was genau ist Therapeutisches Gammeln?

Was steckt hinter diesem Konzept? Überlässt man hier Menschen mit Demenz sich selbst? Das Gegenteil ist der Fall, wie das Praxishandbuch Therapeutisches Gammeln zeigt. Konzeptentwickler Stephan Kostrzewa sowie Gisela Kreutz und Christian Löbel aus dem Juli-Kolb-Seniorenzentrum zeigen auf, wie das Begleiten der Menschen und ihrer Wünsche im Mittelpunkt. Und nicht die Standardabläufe in der stationären Pflege. Die Autonomie der Pflegebedürftigen zu erhalten, zu schützen und zu fördern, ist Ziel des Therapeutischen Gammelns.

Konzept wird auch für breite Öffentlichkeit sichtbar

Das wird auch im prämierten Film deutlich und stellt den Ansatz einem breiteren Publikum vor. Hier geht es zum ausgezeichneten Beitrag. Denn: „Qualitätsvolle Regionalberichterstattung hat es im Netz nicht leicht. Umso wichtiger ist es, dass sie dort gefördert wird – auch durch den Bremer Fernseh- und Digitalpreis“, so Gastgeberin im Radio Bremen-Funkhaus Yvette Gerner, Intendantin von Radio Bremen.

Über den Bremer Fernseh- und Digitalpreis

Der ARD-Wettbewerb für exzellenten Regionaljournalismus startete in diesem Jahr zu seinem 50. Geburtstag mit einem erweiterten Blick und mit neuem Namen: Bremer Fernseh- und Digitalpreis – der ARD-Wettbewerb für exzellenten Regionaljournalismus. Er wurde für insgesamt acht regionale Ideen aus Fernsehen, Web, digitalen Projekten und Formaten vergeben. Die Auszeichnungen des Regionalwettbewerbs der ARD gingen an deutschsprachige Programmanbieter des vergangenen Jahres.

Wer die Preise erhält, entscheidet die sechsköpfige Jury des Bremer Fernseh- und Digitalpreises mit Frank Plasberg als Jury-Vorsitzender.

Vom 2. bis 27. September 2024 konnten Interessierte für ihre Favoriten aus insgesamt 24 Produktionen abstimmen – mehr als 12.000 Menschen haben sich an der Abstimmung auf www.ard-regionalwettbewerb.de beteiligt. Aus 180 Einreichungen waren dieses Jahr 20 Produktionen für die sechs Preiskategorien ausgesucht worden. Für den Publikumspreis konnte über insgesamt 24 Produktionen online abgestimmt werden.