Demenz

Der AktivierenPreis 2024 geht an das Maria-Martha-Stift

Das Maria-Martha-Stift der Evangelischen Diakonie Lindau hat den Wettbewerb um den AktivierenPreis 2024 gewonnen. Mit seinem Konzept für eine beziehungsstarke Demenzbetreuung konnte das Team um Anke Franke, Heimleiterin und Geschäftsführerin des Trägervereins, die Fachjury überzeugen.

Anke Franke, Geschäftsführerin und Heimleiterin des Maria- Martha-Stift in Lindau (4.v.l.) hat mit ihrem Team den Aktivieren Preis 2024 geholt. Zu den Gratulant:innen gehörten auch die Oberbürgermeisterin der Stadt Lindau, Dr. Claudia Alfons (3.v.l.) und der stellvertretende Landrat des Kreis Lindau, Max Strauss (2.v.r.). Aktivieren Chefredakteurin, Miriam von Bardeleben (Mitte) und Aktivieren Redakteurin Thordis Gooßes (4.v.r.) hatten Blumen, Urkunde und ein Preisgeld von 3000 € mitgebracht.
Anke Franke, Geschäftsführerin und Heimleiterin des Maria- Martha-Stift in Lindau (4.v.l.) hat mit ihrem Team den Aktivieren Preis 2024 geholt. Zu den Gratulant:innen gehörten auch die Oberbürgermeisterin der Stadt Lindau, Dr. Claudia Alfons (3.v.l.) und der stellvertretende Landrat des Kreis Lindau, Max Strauss (2.v.r.). Aktivieren Chefredakteurin, Miriam von Bardeleben (Mitte) und Aktivieren Redakteurin Thordis Gooßes (4.v.r.) hatten Blumen, Urkunde und ein Preisgeld von 3000 € mitgebracht. Foto: Maria-Martha-Stift

Der Wettbewerb um den AktivierenPreis 2024, initiiert von der Redaktion der Zeitschrift Aktivieren, hat 2024 die Beziehungsgestaltung mit Menschen mit Demenz in den Mittelpunkt gerückt. Das Konzept „Beziehung fördert Aktivierung – und verlängert das Leben“ hat mit seinem musikalischen Schwerpunkt die Jury überzeugt. Das Konzept widmet sich dem Thema Musik sehr konsequent, so das Jurystatement. Mitarbeitende sind aktiv eingebunden und leben das Konzept. Die Jurorinnen Antje Schwarz, Maria Metzger und Sabine Richartz hoben besonders hervor, dass „der Austausch mit externen Gruppen eine zentrale Rolle spielt“. Sie lobten die Innovationskraft und die Umsetzungsmöglichkeiten auch in anderen Einrichtungen.

Viele Bausteine fügen sich in ein musikalisches Gesamtkonzept

„Sie haben deutlich gemacht, wie ernst Sie Beziehungsförderung mit den Möglichkeiten der Musik nehmen“, wie Aktivieren-Chefredakteurin Miriam von Bardeleben bei der Preisverleihung betonte. Und aus beziehungsstarken Bindungen entsteht Lebensqualität. Diese zu stärken, sei den Preisträgern hervorragend gelungen.

„Was Ihre Bewerbung für meine Jurykolleginnen und mich begeistert hat: Ihr Konzept überzeugt durch seine vielen Bausteine und in der konsequenten Weiterentwicklung über die Jahre“, so Aktivieren-Redakteurin und Jury-Vorsitzende Thordis Gooßes in ihrer Laudatio. Der Teamgeist und die Lebensfreude seien über die Musik deutlich spürbar. „Viele der Bausteine sind auch in anderen Häusern gut umsetzbar“, lobte Thordis Gooßes.

EDEN-Prinzip gegen die Einsamkeit

Wenn Menschen im Alter leiden, dann liegt das vor allem an Einsamkeit, Hilflosigkeit und Langeweile. Dem wirkt das Eden-Prinzip entgegen. Als das Maria-Martha Stift auf die EDEN-Alternative als humanistische Lebens- und Pflegephilosophie gestoßen ist, haben Anke Franke und ihr Team sie beschlossen, den EDEN-Weg zu gehen. Nach jahrelanger intensiver Vorbereitung wurde das Haus 2014 offiziell nach EDEN zertifiziert.

Bezogen auf den Alltag bedeutet EDEN: Bewohner:innen dürfen ihre Talente einbringen, ihrem Tatendrang und ihrer Lust am lebenslangen Lernen folgen.

Parallel zur konzeptionellen Ausrichtung auf EDEN konzentrierten sich das Team immer intensiver auf die musikalische Entwicklung. Das steigert die Lebensfreude. Musik fördert die Kommunikation auch dort, wo Sprache die Menschen nicht mehr erreicht.

Gemeinsame, individuelle und generationenverbindende Musikangebote

Mit Gitarren integrieren Pflege- und Betreuungskräfte Musik spontan und flexibel in den Alltag. Zwölf Mitarbeiterinnen haben sich inhouse qualifiziert und singen seitdem gemeinsam mit den Bewohner:innen. Immer wieder hat sich über Team mit externen Referenten musikalisch weiter qualifiziert. Es gibt Perkussions- und Orff-Instrumente, Xylophone, Klangstäbe und Trommeln. Eine Klangwerkstatt studiert kleine Stücke ein führt sie bei Festen auf.

Ein rollender Plattenspieler leistet wirksame Beziehungspflege bei Menschen mit und ohne Demenz. Regelmäßig gehen Mitarbeitende mit einem Fundus mehrerer hundert Singles über die Flure. Die Menschen können sich dann ein Lied aussuchen – oder ihnen wird auf gut Glück eines vorgespielt.

Das Projekt „Unter 7 über 70“ bringt Generationen zum gemeinsamen Musizieren zusammen. Für groß angelegte Generationenkonzerte haben Bewohner:innen und Musikstudierende wochenlang geprobt. Und über die örtliche Musikschule gibt der Club InTakt gezielte Bewegungsimpulse zu improvisierter Klaviermusik.

Im Laufe der Jahre sind stets neue Bausteine dazugekommen, die Musik in jeden Winkel des Maria-Martha-Stifts und ins Quartier hinaustragen. Ein Ansatz, der als Inspiration für andere Einrichtungen dient.

Aktivieren-Chefredakteurin Miriam von Bardeleben und Aktivieren-Redakteurin und Jury-Vorsitzende Thordis Gooßes gratulierten bei der feierlichen Preisverleihung im Maria-Martha-Stift in Lindau am 4. September 2024 mit Blumen, Urkunde, Infopaket – und dem Preisgeld von 3 000 Euro. Zahlreiche Mitarbeiter:innen, Bewohner:innen und sogar die Oberbürgermeisterin und der stellvertretende Landrat nebst Presse waren mit dabei. Die Bewerbungsfrist endete bereits am 31. Mai 2024.

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Einblicke in das ausgezeichnete Konzept gibt Anke Franke im Videointerview mit Aktivieren-Redakteurin Thordis Gooßes: