Demenz

A-cappella-Gesang eignet sich besonders, um Emotionen zu wecken

Singen ohne instrumentale Begleitung hat eine enorme emotionale und kognitive Wirkung auf Menschen mit Demenz. Das hat der Auftritt der Altenburger Vokalisten beim Sommerfest im Haus Stephanus in Alsfeld gezeigt. „Tonhöhen und Rhythmen wecken intensive emotionale Stimmungen und aktivieren Erinnerungen, die sonst im Verborgenen geblieben wären“, weißt Minh Luis, die dort als Fachexpertin Demenz den Betreuungsdienst leitet.

Das Repertoire der „Altenburger Vocalisten“ deckt alle Musikepochen ab. Ihr A-capella-Gesang kam beim gut besuchten Sommerfest des Hauses Stephanus sehr gut beim Publikum an.
Das Repertoire der „Altenburger Vocalisten“ deckt alle Musikepochen ab. Ihr A-capella-Gesang kam beim gut besuchten Sommerfest des Hauses Stephanus sehr gut beim Publikum an. Foto: GFDE-Gruppe/Minh Luis

A-cappella-Gesang eignet sich besonders, um Emotionen zu wecken: Für das Sommerfest verwandelte sich der Multifunktionsraum im Haus Stephanus in einen lebendigen Festplatz voller Lachen, Erinnerungen und emotionaler Momente. Das galt besonders, als die Altenburger Vokalisten unter Leitung von Sabine Spahn auf der Bühne des Multifunktionsraums ohne instrumentale Begleitung Volkslieder intonierten. Altvertraute Weisen wie „Alle Vögel sind schon da“ und „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ ließen Herzen schneller schlagen und Augen feucht werden. Besonders bei den an Demenz erkrankten Bewohnern, die plötzlich in den Takt klatschten und die Texte auswendig mitsangen. „Es war, als ob die Melodien verborgene Schätze der Erinnerung wachriefen“, so Minh Luis. „Zu sehen, wie unsere Bewohner vor Freude strahlen, im Takt klatschten und aktiv am Geschehen teilnahmen, war unglaublich bewegend“, erzählt die Leitung des Betreuungsdienstes. Die Resonanz war ihr zufolge überwältigend und spiegelte die verbindende Kraft des Gesangs wider.

Eine musikalische Reise führte von den kalten Winden Nordschwedens bis zu den sonnigen Klängen Südamerikas und erzählte Geschichten von Liebe, Leben und Natur in einer Mischung von Liedern.

Küche, Pflege und Betreuung arbeiten Hand in Hand

Doch nicht nur die Musik machte diesen Tag unvergesslich. Bewohner und Gäste genossen Cocktails, Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Kulinarischer Höhepunkt des Abends war ein Grillabend verschiedenen Fleischsorten mit Salaten. Das Küchenteam des Hauses Stephanus legte alle Hände an, um sicherzustellen, dass niemand lange auf sein Essen warten musste. Das harmonische Zusammenspiel zwischen Betreuungsteam und Pflegeteam garantierte einen reibungslosen Ablauf und einen ungetrübten Genuss für alle Anwesenden.

Den Ausklang des Tages bot das Klavierspiel von Matthias Langer. Mit bekannten Melodien lud er zum Mitsingen ein. Inmitten der Klänge und der wohltuenden Atmosphäre wurde, wie Minh Luis betonte, einmal mehr deutlich: „Musik ist der Schlüssel, der das Schloss zu den verborgensten Erinnerungen öffnet und Herzen auf einer besonders tiefen Ebene miteinander verbindet.“

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