Demenz
Pilgerprojekt bewegt Demenzerkrankte
Das Malteser-Projekt „Pilgern trotzDEMenz“ zeigt: Menschen mit Demenz in Aktivitäten einzubeziehen ist möglich, wenn der Wille dazu da ist.
Pilgerprojekt bewegt Demenzerkrankte: „Wandern, tanzen oder auch bergsteigen – das sind Dinge, die Demenzkranke ohne Weiteres noch können. Gerade, wenn sie vor der Diagnose regelmäßig sportlich aktiv waren“, erklärt Martina Watzlaw gegenüber domradio.de. Sie leitet seit elf Jahren die Fachstelle für pflegende Angehörige des Malteser Hilfsdienstes München. „Der Unterschied zu vorher ist, dass sie Begleitung brauchen. Und dafür muss sich jemand Zeit nehmen“.
Nun hat sie eine fünfköpfige Pilgergruppe aus Demenzbetroffenen und Angehörigen auf einem kleinen Stück Jakobsweg begleitet, zusammen mit Hündin Momo. Der Weg verläuft von der in einem kleinen Waldstück gelegenen Kirche Sankt Anna in München Harlaching bis zur Kirche Sankt Jakob in Pullach – das sind rund acht Kilometer, also eine dreistündige Wanderung.
Auf dieser Strecke versucht sie sich an einer neuen Herausforderung. Mit der Aktion „Pilgern trotzDEMenz“ will sie Erkrankten und ihren Angehörigen ein tiefes Durchatmen in der Natur ermöglichen. „Die Bewegung an der frischen Luft und die Umweltreize tun uns allen gut – und Menschen mit einer Demenzerkrankung besonders“, weiß Watzlaw.
Angehörige können abschalten
Was es sonst braucht auf so einer Wanderung mit speziellen Bedürfnissen erklärt Marion Mauer-Diesch, Leiterin der Seniorenpastoral im Dekanat München Südost: „Natürlich können wir keine langen Strecken gehen. Auch haben wir darauf geachtet, dass wir entlang einer Tramstrecke laufen, falls jemand nicht den ganzen Weg schafft.“
Auch Mauer-Diesch kennt die schwierige Situation, in der sich Angehörige oft befinden. „Oft geht eine Demenz gerade bei Jüngeren mit einer Persönlichkeitsveränderung einher“, berichtet sie. „Es kann für die Familie oder andere nahe stehenden Personen sehr schwierig sein, damit umzugehen.“
Das Pilgerangebot biete auch den Angehörigen eine gute Möglichkeit, abzuschalten und die Natur zu genießen oder sich mit anderen auszutauschen.
Und: „Beim gemeinsamen Pilgern entstehen ganz andere Gespräche als im Pflegeheim oder zuhause“, bestätigt Martina Watzlaw.
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