Demenz
Trainerin: „Validation gehört zur Alltagsbegleitung“
Die Pionierin der Validation, Naomi Feil, ist im Dezember 2023 verstorben. Im Gespräch mit der Redaktion Altenpflege und Aktivieren sprechen ihre Tochter Vicki de Klerk-Rubin und Validationszentrums-Leiterin Hedwig Neu über ihr Lebenswerk, das den Umgang mit Menschen mit Demenz revolutioniert hat und bis heute nach- und weiterwirkt.
Validation gehört zur Alltagsbeleitung: Aufgewachsen in einem Altersheim in Cleveland (USA), das ihr Vater betrieben hat, entwickelte Naomi Feil früh ein besonderes Einfühlungsvermögen für alte Menschen. „Später in ihrem Leben half ihr dieses tiefe Verständnis bei der Entwicklung der Validationsmethode“, so beschreibt es ihre Tochter Vicki de Klerk-Rubin. Sie ist selbst zertifizierter Validations-Master und Geschäftsführerin des Validation Training Institute (VTI), das Naomi Feil gegründet hat. „Naomi sagte mir immer, dass sie von den alten Menschen, mit denen sie arbeitete, lernte“, erinnert sich die Tochter.
Naomi Feil war ihr zufolge „ein hochkreativer Mensch, eine Pionierin“. Sie studierte viele der humanistischen Themen der 1960er und 70er Jahre und integrierte sie durch Versuch und Irrtum in ihre Methode. „Wenn sie in der Praxis funktionierten, behielt sie sie in ihrer Methode bei. Sie fing an, Workshops zu geben. In den 1970er Jahren in Amerika, dann in Kanada. Dann in Europa und schließlich in allen Teilen der Welt, damit möglichst alle Menschen, die Beziehungen zu desorientierten, alten Personen pflegen, Validation kennenlernen konnten“, so de Klerk-Rubin.
Validation hilft auch den Mitarbeitenden
In der Pflegeausbildung wird Validation heute von Pflegepädagogen, selten von Validationstrainern, neben vielen anderen Konzepten mit einem begrenzten Stundenkontingent vorgestellt. Das kritisiert Hedwig Neu, Leiterin Validationszentrum Diakonissen Speyer, führt aber positiv an: „Die Mitarbeitenden aus dem Bereich Soziale Betreuung, Alltagsbegleitung sind in unseren Seminaren und Kursen stark vertreten.“ Um den Alltag von Menschen mit Demenz zu begleiten gehört Validation aus ihrer Sicht „zu 100 Prozent dazu“. „Wie will man den Alltag einer Person begleiten, wenn man nicht ihre Bedürfnisse und Gefühle wahrnimmt?“, fragt Neu im Gespräch mit der Redaktion. Validation helfe den Mitarbeitenden, mittels Einfühlungsvermögen einen Zusammenhang zwischen Verhalten und zu Grunde liegenden Bedürfnissen und Gefühlen herzustellen. So können Betreuende ergänzend zur Begegnung in der Validation im Heimalltag Angebote machen, die Bewohner:innen entsprechen. „Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass es zu Pflegende gibt, die am meisten davon profitieren, dass sie gute Zuhörende, also Validationsanwender:innen an ihrer Seite haben“, ist Neu überzeugt.
Lesen Sie das ausführliche Interview in der aktuellen Aktivieren. Anregungen für die Betreuung von Menschen mit Demenz finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren