Demenz

Verständnis für Demenz wecken

Der Bär Paddington lädt dazu ein, über Demenz ins Gespräch zu kommen. Der tollpatschige Protagonist des Buchklassikers aus England ermöglicht einen leichteren und liebevolleren Blick auf das Thema für Betroffene und Zugehörige.

Paddington wartet auf einer Bank
Mit der Lektüre von "Paddington" geben Betreuende Einblick in Missgeschicke und deren glückliche Wendung - und kommen so über Demenz ins Gespräch. Foto: AdobeStock/iWei

Verständnis für Demenz wecken: „A Bear Called Paddington“ erschien erstmals 1958. Geschrieben hat es Michael Boyd und ursprünglich nur für die eigene Familie konzipiert (auf Deutsch „Unser kleiner Bär“). Das Buch avancierte schnell zum Klassiker. Es wird bis heute auch von Erwachsenen geliebt und erlebte mit seinen Folgebänden vielfache Verfilmungen. „Der Charme der ersten Geschichte, wie der Bär Paddington als blinder Passagier in London ankommt und von Familie Braun gefunden und adoptiert wird, liegt in der ruhigen und humorvollen Erzählweise“, schreibt Marie Krüerke in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Aktivieren. Sie findet: „Während die Darstellung der Geschehnisse oft sachlich wirkt, schimmert immer wieder ein liebevolles Zwinkern durch: Ideal, um jenseits des Kinderzimmers genossen zu werden und auch die Herzen von Menschen mit Demenz zu berühren.“

An keiner Stelle der Erzählung wird über den Bären, seine Tollpatschigkeit oder seine gutmütigen Unfälle gelacht. Die ganze Familie spricht hochachtungsvoll von ihm. Sie nimmt ihn gegenüber irritierten Zeitgenossen in Schutz und liebt ihn trotz täglicher Irritationen innig. Diese Grundeinstellung lädt dazu ein, unverfänglich mit betroffenen und nicht-betroffenen Bewohner:innen in den Austausch zu treten.

Mögliche Impulse sind:

  1. Was meinen Sie, wie der Bär Paddington sich im Alltag der Menschen fühlt?
  2. Wie schafft er es, sich zurechtzufinden und seine gute Laune zu behalten?
  3. Was täten Sie, wenn Sie plötzlich so ein ungewöhnliches neues Familienmitglied hätten? Was, wenn jemand aus Ihrer Umgebung sich seltsam verhalten würde?
  4. Haben Sie sich schon einmal als „blinder Passagier“ gefühlt und sind in eine Situation geraten, deren Ausgang Sie so nicht beabsichtigt haben?
  5. Wann ist aus einem Missgeschick ein glücklicher Zufall geworden?
  6. Wo mussten Sie Ihre Mitmenschen erst einmal überzeugen, dass Sie dazugehören dürfen?

Ungewöhnlich, aber dennoch liebenswert

„Versuchen Sie, in der Gruppe das gemeinschaftliche Gefühl von „Dieser Bär ist ungewöhnlich, aber doch liebenswert“ zu wecken. Dies beinhaltet die Hoffnung, dass es später nachhallt und als Gedanke auch auf die seltsame Nachbarin oder andere Mitmenschen übertragen wird“, rät Krüerke. Wie Betreuende eine Gesprächsrunde zum Thema Demenz anhand der Lektüre des Buchklassikers gestalten, steht in der aktuellen Aktivieren.

Weitere Ideen für Angebote für Menschen mit Demenz und mehr finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.

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Hier geht es um das Qualitätsmanagement sozialer Betreuungsangebote: Welche Anforderungen an eine „gute Pflege“ kann die soziale Betreuung übernehmen? Wie werden Aktivierungsangebote gestaltet und wo sind sie in der Dokumentation zu finden? Dieses Seminar erläutert mit starkem Praxisbezug und beispielhaft, wie Aktivierungsangebote risikogruppengerecht, biografisch und fachgerecht umgesetzt werden können.
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08.05.24 in Leipzig
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