Demenz

So gelingt die Kommunikation mit Menschen mit Demenz

Wer in der Kommunikation mit Menschen mit Demenz noch unerfahren ist – sei es als Berufseinsteiger oder als Angehöriger, muss neue Kommunikationsstrategien erlernen. Maria Metzger, Dozentin und Autorin, gibt Betreuungsleitungen Beispiele an die Hand, die sie bei der Anleitung unterstützen.

Kommunikation auf Augenhöhe, Gespräch
Nicht der an Demenz Erkrankte, sondern seine Betreuenden müssen sich in ihrer Denkweise ändern. Foto: Werner Krüper

Die Sprachfähigkeit lässt bereits in einem frühen Stadium der Demenz nach. Zum Ende der fortschreitenden Erkrankung ist häufig keine verbale Kommunikation mehr möglich. Doch Kommunikation – verbal oder nonverbal – ist enorm wichtig, wie Maria Metzger in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Aktivieren betont. Wenn nur noch nonverbale Kommunikation möglich ist, entscheiden auch hier häufig Sympathie und Antipathie. „Eine liebevolle Geste, die Mimik, Wortwahl, Tonlage oder Sprachrhythmik sind entscheidend, wie sich das Gegenüber fühlt und einbringt“, so Metzger. „An dessen Reaktion können Sie Ratlosigkeit, Trauer, Resignation genauso wie Freude und Wohlbefinden erkennen. Das gilt gerade dann, wenn die Kommunikation nur noch nonverbal funktioniert.“

Über den Körper kommunizieren

Auch Körperkontakt gewinnt an Bedeutung, indem ein Mensch mit Demenz in den Arm genommen wird, um Geborgenheit und Sicherheit zu spüren. Hier kommt es Metzger zufolge auf die Reaktion an: „Denn es gibt Personen, die keinerlei Nähe oder Körperkontakt zulassen. Dies gilt es unbedingt zu respektieren.“

14 Regeln für Neueinsteiger, die Betreuende auch Angehörigen an die Hand geben können

  1. Stellen Sie vor jedem Gespräch Blickkontakt her. Sprechen Sie die zu betreuende Person namentlich an.
  2. Sprechen Sie die Person von vorn und auf Augenhöhe an – beugen Sie sich zu ihr hin.
  3. An Demenz erkrankte brauchen Bestätigung. Sparen Sie nicht mit Lob.
  4. Kritisieren Sie nicht. („Das habe ich Dir doch schon so oft gesagt!“)
  5. Thematisieren Sie, was jemand noch kann – auf keinen Fall das, was die Person nicht mehr kann.
  6. Haben Sie Geduld. Strahlen Sie Ruhe aus. Demenzkranke brauchen Zeit und Ruhe, um über den nächsten Schritt oder eine Antwort nachzudenken.
  7. Sprechen Sie die Personen direkt an – nicht über eine „dritte Person“
  8. Stellen Sie einfache Fragen wie: „Welche Farbe hatte Ihr Auto?“
  9. Bei fortgeschrittener Krankheit: Formulieren Sie Ihre Frage so, dass sie sich mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten lässt.
  10. Reden Sie langsam, deutlich und in kurzen Sätzen. Vermeiden Sie Ironie oder übertragene Bedeutungen – das verstehen Demenzkranke nicht mehr.
  11. Wiederholen Sie wichtige Informationen. Verwenden Sie dabei immer dieselbe Formulierung.
  12. Räumen Sie falsch abgelegte Dinge stillschweigend an ihren richtigen Platz.
  13. Vermeiden Sie Diskussionen.
  14. Überhören Sie Anschuldigungen und Vorwürfe, denn diese sind oft Ausdruck von Hilflosigkeit und Frustration und richten sich nicht gegen Sie persönlich. Lassen Sie einen Moment verstreichen, und wechseln Sie dann das Thema.

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Aktivieren. Konkrete Angebote für die Betreuung von Menschen mit Demenz finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.