Angebotsplanung

Waldbaden fördert Schlaf und innere Ruhe

Im Seniorendomizil am Lönspark in Hannover erleben Bewohner:innen beim abendlichen Waldbaden Entschleunigung und Sinnesförderung. Ein kleiner Wichtel namens Tonte begleitet sie auf ihrer Reise in die Natur.

Bewohnerin mit Rollstuhl im Wald
Begleitet geht vieles: Hilfsmittel, wie Rollstuhl oder Rollator, sollten das Walderlebnis nicht verhindern. Foto: theBuilder/AdobeStock

Das Frühjahr beginnt im Seniorendomizil am Lönspark mit regelmäßigen Terminen zum Waldbaden. Das ursprünglich aus Japan stammende „Shinrin-Yoku“ wirkt sich nachweislich positiv auf die Psyche und den Körper eines Menschen aus. Die Idee zur Einführung entstand, um einen beruhigenden Tagesausklang für die Bewohner:innen zu ermöglichen, der nahezu alle Sinne anspricht. Da die Mehrzahl der Bewohner:innen blind oder seheingeschränkt ist, gestaltet sich ihr Alltag ohnehin sehr herausfordernd. Jessica Fulge und Andrea Richter berichten in der aktuellen Ausgabe von Aktivieren (4/2026) von ihren Erfahrungen.

Entspannung in den Abendstunden

Die Wirkung des Waldbadens zielt darauf ab, das vegetative Nervensystem zu beruhigen und eine Entschleunigung zu erreichen. Shinrin-Yoku verbessert bereits als kurze Einheit die Atmung, den Blutdruck und den Puls. Beobachtbar war, dass es auch zu einem verbesserten Schlafverhalten kam. Die Bewohner:innen hatten deutlich weniger Ein- und Durchschlafprobleme. Bestehende Ängste konnten gemindert und gut begleitet werden. Das Angebot findet in der Einrichtung sowohl in Kleingruppen als auch im Einzelsetting statt. Für das Waldbaden nutzt das Team die frühen Abendstunden, unmittelbar nach dem Abendessen. Das Seniorendomizil liegt direkt am Lönspark mit seinen Wiesen und der angrenzenden Eilenriede. Somit ist ein Eintauchen in die Natur sehr leicht möglich.

Die Magie des Waldes erfahrbar machen

Um die Magie des Waldes lebhaft zu untermalen, begleitet die Bewohner:innen „Tonte“, ein kleiner Wichtel. Insbesondere kognitiv eingeschränkte Menschen finden auf diesem Wege einen leichteren Zugang. Während bei sehenden Bewohner:innen zunächst der Fokus auf die visuell wahrnehmbare Natur gelenkt wird, werden bei blinden und seheingeschränkten Bewohner:innen die olfaktorischen und auditiven Wahrnehmungen begleitet. Häufig fällt es Menschen leicht, mit einer haptischen Begegnung die Umwelt wahrzunehmen. „Das Ruhen der Hände auf unterschiedlichen Naturmaterialien wie Borke, Moos, Gras oder Blumen ist meistens ein guter Einstieg“, so der Tipp der Autorinnen. Ihre Erfahrung zeigt: Das Angebot, einen Baum zu umarmen oder mit dem Rücken erdend an ihn zu lehnen, wird immer sehr dankbar angenommen und ist häufig ein tief emotionales Erlebnis.

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Aktivieren. Weitere bereits ausgearbeitete Ideen für Ihre Angebotsplanung finden Sie in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus.

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Tipp: Wie Sie die Qualität Ihrer Betreuungsarbeit sichern, ist unter anderem Thema des „Fernlehrgang Qualitätsmanagement“ der Vincentz Akademie vom 14.8. bis 11.12.2026.

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