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Mehr Lebensqualität durch Normalität

Wie kann Soziale Betreuung in Pflegeeinrichtungen wieder stärker geerdet werden, ohne dass normale Alltagstätigkeiten, wie Blumenpflege oder Singen, zu Garten- oder Musiktherapie aufgebauscht werden? Der Schwerpunkt der Maiausgabe von Aktivieren widmet sich dieser Kernfrage.

Seniorin streichelt einen Hund und freut sich.
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Viele Menschen fühlen sich mit Hunden wohl - zuhause wie in einer Pflegeeinrichtung.

Foto: Werner Krüper

Immer mehr Betreuungsangebote erhalten das Etikett Therapie (wir berichteten), immer mehr virtuelle Angebote ersetzen reale Alltagserlebnisse. Diese beiden parallel verlaufenden Entwicklungen sieht das Zentrum für Informationstransfer Demenz Support Stuttgart sehr kritisch. Die Kuratoriumsmitglieder und das Team von Demenz Support haben die Gefahren und Hintergründe dieser Phänomene in einem Papier zusammengefasst und zur Diskussion gestellt. Aktivieren, Das Magazin für die Soziale Betreuung, spricht im Interview darüber mit Geschäftsführer Peter Wißmann.

Konzepte, Flyer und Programme von Pflegeinrichtungen listen eine Vielzahl als Therapie deklarierter Angebote – von Mal- und Gartentherapie über therapeutische Tischbesuche bis hin zu therapeutischem Kochen, Poesietherapie oder gar Humortherapie. Gemeint sind hier vielfach nicht professionelle Interventionen, wie zum Beispiel die von einem Musiktherapeuten unternommene gezielte Befassung mit einem einzelnen Bewohner oder einer Gruppe. Gedacht sei vielmehr an eher alltägliche Handlungen oder Tätigkeiten wie der Aufenthalt im Garten, das Beobachten eines Aquariums, das Vorlesen aus einem Buch oder das Erzählen von Witzen in der Gruppe, so Wißmann. Zunehmend werden solche Alltagshandlungen mit dem Attribut Therapie belegt und als solche auch in Leistungsbeschreibungen der Einrichtungen und der Ausübenden ausgewiesen.

Soziale Betreuung am Alltag orientieren

Wißmann und seinem Team beleuchten die Hintergründe für diese Phänomene, fassen die Gefahren kritisch ins Auge und geben Anregungen für einen realistischen Umgang. "Letztendlich möchten wir Mitarbeiter und für die Pflege und Begleitung von Menschen mit Demenz Verantwortlichen ermutigen, ihr Tun wieder stärker am Alltag und am Prinzip der Normalität auszurichten", so Wißmann im Schwerpunkt der Maiausgabe der Zeitschrift.

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