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08. Mai 2015 | News

Wie das Internet beim Erinnern hilft

Demenzbetroffene erleben das Internet als Fundgrube ihrer Biografie. Sie entdecken vergessene Lebenspuren, die ohne Notebook und Tablet verborgen geblieben wären. Eine Studie belegt dies eindrucksvoll – nachzulesen im Schwerpunkt der Maiausgabe von Aktivieren.

Foto: Caritas Pflegeheim St. Elisabeth

Im Rahmen ihrer Masterarbeit hat die Aktivieren-Autorin Petra Dlugosch für ihr Gerontologiestudium an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg die Wirksamkeit der Internetrecherche mit Demenzkranken untersucht. Sie wollte wissen, ob die Erinnerungsleistung mithilfe der Darstellungen und Informationen aus dem Internet zur individuellen Biografie der einzelnen Erkrankten gesteigert werden kann.

Sie wählte für die Studie zehn an Demenz erkrankte Bewohner des Caritas Alten-und Pflegeheim St. Elisabeth in Kitzingen aus, wo sie seinerzeit den Bereich Soziale Betreuung geleitet hat. Die Bewohner hatten ein Durchschnittsalter von 87,8 Jahren. Mit jedem hat Dlugosch in jeweils sechs Einzelsitzungen eine sogenannte biografische Spurensuche unternommen, bei der jede Sitzung 30 Minuten dauerte. Die gefundenen Daten, wie zum Beispiel Fotos, Postkarten, Stadtpläne, Filme und Musik, wurden in einem personenbezogenen Ordner gespeichert und waren Grundlage und Ausgangspunkt für die nachfolgenden Sitzungen, die regelmäßig zwei bis drei Tage später stattfanden.

Das Ergebnis: Vorher festgestelltes problematisches Verhalten einzelner Teilnehmer zu bestimmten Tageszeiten oder zu bestimmten Gelegenheiten war merkbar zurückgegangen. Die Neigung zu depressiven Verstimmungen bei einigen Teilnehmern hat beobachtbar nachgelassen. Die Biografien konnten mit vielen persönlichen Details erweitert werden. Die Lebensgeschichte der Teilnehmer wurde klarer und deutlicher und konnte nachvollziehbar für Einzeltherapien aufgearbeitet werden. Die Erinnerungsleistung an bedeutsame Einzelheiten konnte anhand von gezeigten Bildern, Filmen oder Berichten gesteigert werden.

Was die Autorin bei der webgestützten Reise in der Vergangenheit erlebt hat und wie sie dabei vorgegangen ist, lesen Sie im Schwerpunkt der Maiausgabe von Aktivieren (Erscheinungstermin 15. Mai 2015). Dort finden Sie Anleitungen und Zusatzinformationen, wie Sie selbst die Erinnerung Ihrer Bewohner mit Tablet und Notebook wecken können.

www.aktivieren.net/Memocare

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