Created with Sketch.

24. Aug 2018 | News

Wenig reden, viel zuhören: So begegnen Betreuende Sterbenden empathisch

Wer aufs Trösten mit vielen Worten verzichtet und nicht den eigenen Impulsen und Assoziationen in Gesprächen mit Menschen in der letzten Lebensphase folgt, hat in der Begleitung Sterbender schon vieles richtig gemacht.

Betreuende sollten im Gespräch mit Sterbenden darauf verzichten zu bewerten, zu moralisieren und zu (ver-)urteilen. Das verunsichert und verschließt den Gesprächspartner.

Foto: Werner Krüper

Denn sich selbst zum Maßstab nehmen signalisiert: "Ihre Erfahrungen interessieren mich eigentlich nicht. Meine Themen sind mir wichtiger." Diese Erfahrung hat Kicco Schwartz, der als Pastor und Krankenhausseelsorger am Helios Klinikum in Hildesheim tätig ist, in seiner zehnjährigen Berufspraxis auf einer Palliativstation schon häufig gemacht. Bewährt habe sich hingegen, vor allem zuzuhören, um Menschen in der Sterbephase viele ihrer Ängste zu nehmen.

Bei scheinbar unsinnigen Aussagen Sterbender empfiehlt der Seelsorger, mit einer eigenen Logik zu rechen: Wem Geld oder Schmuck "geklaut wurden", der lebt, laut Schwartz, mit dem Gefühl, dass ihm sein Kostbarstes – seine Lebenskraft – genommen wird. Wer anfängt, seine Koffer zu packen, hat vielleicht geträumt, sich auf die Reise machen zu müssen. Wer meint, dass seine Uhr verschwunden sei, ahnt womöglich, dass seine Lebenszeit abgelaufen ist.

Ein weiterer Rat, den er Betreuungskräften gibt: "Ermöglichen Sie sinnvolles Handeln und das Erfüllen letzter Wünsche: ein Bäumchen mit Kindern pflanzen, ein (Erinnerungs-)Buch schreiben, einen Hund streicheln." Was sonst noch zu tun und was besser zu lassen ist, steht in seinem Expertentipp in der aktuellen Ausgabe von Aktivieren. Sie kennen die Zeitschrift noch nicht? Dann sichern Sie sich Ihr kostenloses Probeexemplar.

218 Artikel, Videos und Bücher zum Thema "Sterbebegleitung" finden Sie in der Mediathek "Vincentz Wissen".

Bei uns zu Hause

Spiele

Bei uns zu Hause

In Erinnerungen schwelgen und gemeinsam ein gemütliches Zuhause einrichten. Liebevoll gestaltete Möbel auswählen und über die "Kochhexe" oder den "Nierentisch" aus früheren Zeiten miteinander ins Gespräch kommen: All das und vieles mehr hält das Biografiespiel "Bei uns zu Hause" für die Mitspieler bereit. Einfach die "Zimmer" der Wohnung auslegen und schon kann es losgehen. Beim gemeinsamen Einrichten mit Möbeln und Dekorationsgegenständen plaudern die Teilnehmer über Erlebnisse rund um die Themen Wohnen, Arbeit und Freizeit. Neben den visuellen Reizen unterstützen biografische Fragekarten die Spielleitung: Wie sieht Ihr Lieblingssessel aus? Hatten Sie früher einen Kachelofen? Welche Blumen mögen Sie besonders? So gelingt es ganz nebenbei, mehr über die Lebensumstände der Teilnehmer zu erfahren. Und die fachkundigen "Inneneinrichter" sind sicherlich mit viel Spaß dabei!

Tags

Das könnte Sie auch interessieren!

0 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu verfassen, melden Sie ich bitte an.

Login
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ok