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25. Jan 2019 | News

Mehr Wohlbefinden durch gelebte Spiritualität

Mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen hat der Alten-, Kranken- und Familienpflege e.V. (AKF) aus Köln das auf zwei Jahre angelegte bundesweite Projekt demenz.begeistert und eine begleitende wissenschaftliche Studie ins Leben gerufen, die den positiven Zusammenhang zwischen gelebter Religion und Demenz untersucht.

Jeweils ein Begleiter und ein Mensch mit Demenz verabreden sich im Projekt für jeweils ein bis zwei Stunden und erleben dabei gemeinsam eine sinnvolle und sinnliche, religiös inspirierte Zeit.

Foto: Werner Krüper

"Aus langjährigen, praktischen Erfahrungen hat sich bei den Mitarbeitern die These entwickelt, dass Religiosität als emotionaler Anker Zugang zu positiven Gefühlen, wie Vertrauen, Geborgenheit und Zuversicht ermöglicht. Für Menschen mit Demenz könnte dies ein wichtiger Schritt zu mehr Lebensqualität sein", so Hermine Urbaniak, Projektleiterin beim Pflegedienst AKF.

Für das Projekt werden Tandempaare gebildet aus einem Menschen mit Demnez und einem Begleiter, der sorgfältig ausgesucht und für seine Arbeit gründlich vorbereitet ist. Die Paare verabreden sich regelmäßig zu Treffen. Dabei geht es um religiöse Inhalte und Aktivitäten. Vorab finden Gespräche mit den Angehörigen statt, um möglichst viel über individuelle spirituelle Ankerpunkte herauszufinden – schöne Erinnerungen oder Rituale aus dem religiösen Leben. Im Idealfall finden diese Treffen, laut Projektbeschreibung, über mindestens ein halbes Jahr ein- bis zweimal in der Woche statt. Sie werden individuell nach den Bedürfnissen der jeweiligen Teilnehmer gestaltet. So können Stunden mit gemeinsamen Gebeten oder Momenten der Stille besinnlich und andächtig sein. Andere sind aktiver und belebend – mit Gesang und Glaubensgesprächen. Oder es wird ein kreativer Zugang genutzt, indem zum Beispiel gemeinsam gebastelt oder gemalt wird. "Wir laden auch dazu ein, dass man mal Dinge ausprobiert, die man vorher so gar nicht in Betracht gezogen hat", so Urbaniak im Interview mit domradio.de.

Um den Effekt zu messen, wird in Fragebögen festgehalten, ob sie sich Demenzbetroffene beispielsweise auf dieses Treffen freuen, ob sie danach fragen oder wie der Gesamtzustand ist. Nach der wissenschaftlichen Auswertung durch  die FOM – Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige Gesellschaft mbH – in Essen soll das Ergebnis in Demenz-Netzwerken weiter verbreitet werden.

Lesen Sie auch den Schwerpunkt in der Zeitschrift Aktivieren zum Thema Spiritualität in der Septemberausgabe 2018.

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