Created with Sketch.

24. Sep 2018 | News

Demenzbetroffenen das Gefühl vermitteln, verstanden zu werden

Der Expertenstandard "Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz" zielt darauf ab, dass jeder Mensch mit Demenz Angebote zur Beziehungsgestaltung erhält. Das verlangt von Pflegenden häufig, sich eine Pflegesituation aus Sicht des Betroffenen zu verdeutlichen.

Eine von allen Beteiligten gelebte Kultur der demenzfreundlichen Kommunikation ist ein unabdingbarer Bestandteil hin zu einer erfolgreichen Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz.Foto: epd-Bild/Jochen Günther

Die Pflege- und Gesundheitswissenschaftlerin Barbara Schubert veranschaulicht den Zusammenhang einer empathischen Haltung und einer gelungenen Pflegehandlung in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Altenpflege anhand eines Fallbeispiels: Eine an Demenz erkrankte Bewohnerin lehnt in dem Beispiel die Mitwirkung bei der Morgentoilette ab, weil sie fürchtet, ein Mann stehe vor ihrer Tür, der sie bedrohen wolle. Die Pflegerin hingegen gerät unter Zeitdruck, weil sie die Bewohnerin nicht wie geplant bei ihrer Morgentoilette anleiten kann. Sie übernimmt in dieser Stresssituation stattdessen mit ungutem Gefühl die Morgentoilette für die Bewohnerin. Beide sind hier nicht in der Lage, die Sichtweise des anderen einzunehmen. Hilfreich wäre hier hingegen, wie Schubert rät, wenn die Pflegerin Verständnis zeigen und Trost spenden würde, um die Dame zu beruhigen. Erst wenn sich die Dame wieder sicher fühle, könne sie sich auf die Morgenpflege einlassen.

"Es ist wenig hilfreich, wenn die Pflegekraft den Inhalt der Aussage überprüft und der Bewohnerin anschließend mitteilt, dass sie sich getäuscht hat und niemand vor der Tür steht", weiß Schubert. Vielmehr sei Empathie gefragt, die Pflegekraft sollte hinter die Nachricht hören und sich fragen: Welches Gefühl steckt dahinter? Was teilt die Bewohnerin über ihre momentane Bedürfnislage mit? Wenn der Auslöser für ihr Verhalten das Gefühl von Bedrohung und Angst ist, kann die Pflegekraft empathisch zurückspiegeln, dass sie dies erkannt hat.

  • Tipp: 160 Artikel, Videos und Bücher zum Thema "Expertenstandard Demenz" in der Mediathek "Vincentz Wissen".
Maerchen fuer Menschen mit Demenz

Bücher

Märchen für Menschen mit Demenz

Aus der Kindheit vertraute Märchen wecken auch bei Menschen mit Demenz häufig Erinnerungen. Dr. Angelika B. Hirsch, Vizepräsidentin der europäischen Märchengesellschaft, bietet allen Interessierten eine fundierte Anleitung zum Einsatz von Märchen in der Altenhilfe. Ganz praktisch lässt sich anhand von 18 Beispielmärchen der Ablauf und die Struktur einer Aktivierungsstunde verfolgen. Basisinformationen zur Krankheit Demenz und zum Umgang mit erkrankten Menschen runden den Ratgeber ab. Fachkräfte des sozialen Dienstes, Betreuungsassistenten und pflegenden Angehörige profitieren von diesem kompakten Handbuch.

Tags

Das könnte Sie auch interessieren!

0 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu verfassen, melden Sie ich bitte an.

Login
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ok