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25. Mai 2015 | News

87b-Kräfte führen häufig betreuungsfremde Tätigkeiten aus

Eine nicht repräsentative Online-Umfrage von Heimmitwirkung.de, eine unabhängige Bremer Selbsthilfe-Initiative von Angehörigen und Ehrenamtlichen, hat ergeben, dass zusätzliche Betreuungskräfte oft Tätigkeiten in Pflege und Hauswirtschaft ausführen, die bereits anderweitig abgerechnet werden.

Bei der Frage "Welche Aktivitäten werden durch Betreuungskräfte unterstützt?" im Rahmen der Umfrage von Heimmitwirkung.de antworteten 60 Prozent der zusätzlichen Betreuungskräfte nach §87b, dass sie auch Essen und Trinken anreichen. Foto: Werner Krüper

Der Vorsitzende der BIVA, Dr. Manfred Stegger, fordert daher eine wirksame Kontrolle. Die Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungseinrichtungen im Alter und bei Behinderung (BIVA) e.V. hat die Bremer Intitiative bei der Umfrage unterstützt.

Betreuungskräfte nach §87b SGB XI dürfen nur in Ausnahmefällen, wenn eine Pflegekraft kurzfristig nicht erreichbar ist, Aufgaben aus den Bereichen Pflege oder Hauswirtschaft übernehmen. Dazu gehört die Begleitung der Toilettengänge oder das Anreichen von Essen. Allerdings dürfen diese Tätigkeiten nicht zu den regelmäßigen Aufgaben gehören. Offenbar wird diese Regelung aber nicht überall eingehalten.

Bei der Frage "Welche Aktivitäten werden durch Betreuungskräfte unterstützt?", antworteten 60 Prozent, dass sie auch Essen und Trinken anreichen, rund 34 Prozent, dass sie auch Toilettengänge unterstützen, und fast 20 Prozent, dass sie sogar pflegerische Hilfstätigkeiten ausüben. Dies habe nicht nur die aktuelle Umfrage ergeben, so heißt es auf Heimwirkung.de, sondern schon 2012 sei dies in einer Studie des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (GKV) erkennbar gewesen. Die BIVA ist nach eigenen Angaben auch in ihrer Beratungsarbeit auf solche Fälle gestoßen.

Für die Einrichtungen besteht die Versuchung, diese Kräfte, die von den Pflegekassen zusätzlich bezahlt werden und daher für die Einrichtungen kostenlos sind, für andere Arbeiten einzuplanen, beklagt BIVA Vorsitzender Dr. Manfred Stegger. "Dies geht am Sinn und Zweck des Gesetzes vorbei und dient nicht dem Wohlergehen der Bewohner", so Stegger. "Diese Kräfte sollen ganz gezielt für die zusätzliche Betreuung und Aktivierung eingesetzt werden." Damit die Gelder der Pflegekassen wirksam für die Versicherten eingesetzt werden, fordert Stegger regelmäßige Kontrollen für diesen Bereich.

Die Betreuungskräfterichtline von 2008 des GKV-Spitzenberband definiert in ihrer Fassung vom 29. Dezember 2014 die Tätigkeiten zusätzlicher Betreuungskräfte klar.

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3 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

01. Feb 2016

Ich arbeite sehr gerne als Betreuungskraft nach § 87b. Seit ich diesen Job mache, kam es immer wieder mal zu sogenannten Notfällen, in denen nicht genügend Personal da war, um die Leute in angemessenem Zeitrahmen mit Essen zu versorgen. Oder es kam zu Fällen, in denen jmd zittrig vor dem Klo stand und weder vor und zurück wusste. Wenn da Personal nicht schnellstmöglich zur Stelle ist, helfe ich gerne. Meine Aufgabe ist es in meinen Augen auch dafür zu sorgen, dass sich die Bewohner wohlfühlen. Alles andere wäre an der Realität vorbei. Was mich jedoch ärgert ist, dass ich in dem Heim, in dem ich jetzt arbeite mit sämtlichen Kollegen voll eingeplant bin, die Essenszeiten abzudecken. Es wird erwartet, dass wir Essen anreichen auch in den Zimmern, das Essen verteilen und das Geschirr abräumen. Ich arbeite dreieinhalb Std pro Tag von denen mir eineinhalb Std für meine eigentliche Arbeit bleiben. Oft bereite ich meine Gruppen zuhause vor, weil keine Zeit ist. Das soll ich nicht, heißt es dann, oder, das brauch ich nicht. Macht man es nicht, wird einem fehlendes Organisationstalent vorgeworfen. Was aber am Schlimmsten ist, ich bekomme zu hören, Essen anreichen gehöre zum Konzept, dokumentieren darf ich es aber nicht, in Fortbildungen soll ich mich auch nicht auf Diskussionen einlassen in diesem Punkt. Ich würde mir wenigstens Fortbildungen wünschen, die uns im Umgang mit schluckgestörten BW schulen und was im Ernstfall zu tun ist, wenn der BW blau wird (ist mir bis jetzt noch nicht passiert, aber...). Wir werden jährlich in Brandschutz und Arbeitssicherheit geschult, auch Hygieneschulungen bekommen wir jährlich. Doch zu unserem Schutz beim Anreichen und zum Schutz des BW Fehlanzeige. Ich verfolge derlei Diskussionen schon seit Jahren. MDK und so weiter kann man meiner Meinung nach in der Pfeife rauchen. Es gehört ein zweifelsfreier Gesetzeszusatz her und nicht so ein Wischiwaschi wie derzeit, den der Arbeitgeber nach allen Seiten dehnen und drehen darf. Ich bin Betreuungskraft 87b. Meine Arbeit ist wichtig und anspruchsvoll.

Unbekannter Nutzer

10. Jun 2015

Ich sehe das Problem darin, daß durch den richtlinienwidrigen Einsatz der 87b-Kräfte bewirkt wird, daß diese von ihrer Betreuungsarbeit abgehalten und außerdem systemisch bedingte Personallücken im Bereich Hauswirtschaft und Pflege verschleiert werden. Im Rahmen der der jährlichen MDK-Begehung wird zwar in den letzten Jahren abgefragt: "Ist gewährleistet, dass zusätzliche Betreuungskräfte gemäß § 2 der Betreuungskräfte-Rl nicht regelmäßig grund- und behandlungspflegerische sowie hauswirtschaftliche Maßnahmen durchführen?" Wenn sich da aber seit Einführung der Frage anscheinend nichts verbessert hat, scheinen diese Befragungen ja leider nicht effektiv zu sein. Im Prinzip müßten sich alle Betroffenen, ob Pflege-, Hauswirtschafts- oder 87b-Kräfte, Einrichtungsleitungen, Angehörige, Gewerkschaften oder Verbände, gemeinsam der Politik gegenüber unnachgiebig dafür stark machen, daß endlich ein angemessener Hauswirtschafts- und Pflegepersonalschlüssel eingeführt wird.

Unbekannter Nutzer

26. Mai 2015

was für ein blödsinn!!!

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