Created with Sketch.

24. Nov 2021 | News

Pflegeheime lehnen Besuchsverbote ab

Kliniken machen wegen steigender Corona-Infektionszahlen die Tore dicht für Besucher. In Pflegeheimen denkt man nicht daran. Die wochenlange Isolation alter Menschen im Frühjahr 2020 ist allen Beteiligten noch in schlechter Erinnerung.

Foto: iStock/Ocskaymark
Müssten Bewohnerinnen und Bewohner pandemiebedingt nochmals auf Besuche ihrer Angehörigen aufgrund von Besuchseinschränkungen verzichten, wäre das nach Ansicht des Landesseniorenrats in Baden-Württemberg der "soziale Tod".
Foto: iStock/Ocskaymark

Immer mehr Krankenhäuser, wie etwa in Baden-Württemberg, erlassen wegen der Corona-Ansteckungsgefahr Besuchersperren für Patienten - in den Pflegeheimen im Ländle hingegen wird ein solch radikaler Schritt nicht in Betracht gezogen. Nach den Erfahrungen mit dem wochenlangen Besuchsverbot im Frühjahr 2020 ist diese Maßnahme tabu.

"Die damalige Isolation war für Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter sehr belastend", sagte Alexandra Heizereder, Sprecherin der Evangelischen Heimstiftung, der Deutschen Presse-Agentur. Dies zu vermeiden, sei Konsens unter den Betreibern und dem Gesundheitsministerium, betonte die Vertreterin des mit 90 Heimen mit 6300 Bewohnern und 7000 Mitarbeitern größten Pflegeunternehmens in dem Bundesland.

Bei Impfquote der EHS noch "Luft nach oben"

Für die Bewohner von Pflegeheimen würde ein solches Besuchsverbot nach Überzeugung des Landesseniorenrats in Baden-Württemberg den "sozialen Tod" bedeuten. Nach Ansicht der Heimstiftung wäre eine Impfpflicht für das Personal in Heimen das beste Mittel, um die hochbetagten und oft kranken Bewohner vor Ansteckung zu schützen. Bei der Impfquote sei noch Luft nach oben. Sie betrage 70 Prozent. Zusätzliche zehn Prozent könnten sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen. "Und die Zahlen stagnieren", kritisierte Heizereder.

Mit Blick auf die Besucher plädiert die Heimstiftung für eine Zugangsbeschränkung für nicht Geimpfte. "Es braucht 2G im Pflegeheimen, also Zutritt nur für Genesene und Geimpfte plus regelmäßige Tests für Bewohner, Angehörige, Gäste und Beschäftigte", sagte der Hauptgeschäftsführer der Heimstiftung, Bernhard Schneider.

Passend dazu: Benevit-Chef schließt ungeimpftes Personal aus

Aktivierung auf Entfernung

Bücher

Aktivieren auf Entfernung

Corona macht erfinderisch. Andrea Friese und Bettina M. Jasper stellen ein Konzept für die Aktivierung von Senioren per Post und Telefon vor. Die Gedächtnistrainerinnen ermutigen und unterstützen Sie als Betreuungskraft mit vielen kreativen Ideen, Tipps und Checklisten zu organisatorischen Fragen. So gelingt es Ihnen leichter, den Kontakt zu Ihren Senioren zu halten, wenn ein Treffen in der Seniorengruppe oder Tagespflegeeinrichtung nicht möglich ist. Ob Sie Aufgaben-Postkarten versenden, mit einem Hörquiz oder einer Bewegungsübung am Telefon aktivieren, ein Vorlese-Tandem organisieren oder neue Techniken wie Skype oder Zoom ausprobieren: Sie schenken älteren Menschen Lebensfreude, brechen Einsamkeit und Isolation auf, unterstützen Senioren dabei, körperlich und geistig fit zu bleiben. Die Übungen eignen sich natürlich auch für Einzel- und Gruppenaktivitäten in der Präsenzbegegnung.

Das könnte Sie auch interessieren!

0 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu verfassen, melden Sie ich bitte an.

Login
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ok