Created with Sketch.

13. Okt 2021 | Demenz

Geriater kritisiert Beruhigungsmittelgabe bei Demenz

Der Altersmediziner Heinrich Burkhardt kritisiert den massiven Einsatz von Beruhigungsmitteln in der Pflege von Demenzkranken. Ob diese Medikamente die Situation betroffener Menschen verbessern könnten, sei nicht erweisen. Burkhardt fordert ein Umdenken in der Betreuung Demenzkranker.

Medikamente; AdobeStock/K.U. Häßler
Das massive Verabreichen von Sedativa begünstigte das Risiko für Depressionen und Stürze bei demenzkranken Menschen, kritisiert der Altersmediziner Heinrich Burkhardt.
Foto: AdobeStock/K.U. Häßler

Versorgungsdaten zeigten, dass in stationären Pflegeeinrichtungen, aber auch in Krankenhäusern und bei der ambulanten Pflege in hoher Anzahl Beruhigungsmittel, sogenannte Sedativa, eingesetzt würden, sagte der Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Geriatrie am Universitätsklinikum Mannheim den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. „Und zwar als Dauertherapie, also jeden Tag. Die Menschen werden ruhiggestellt.“

Burkhard zufolge ist wissenschaftlich nicht erwiesen, dass diese Medikamente die Situation Betroffener verbessern könnten. Vielmehr stiegen die Risiken für Depressionen und Stürze. „Ein Sturz bedeutet Krankenhausaufenthalt, Knochenbrüche, Verletzungen und Schmerzen, die dann vielleicht nicht mehr komplett zu beheben sind.“

Der Experte für Pharmakologie bei Senioren fordert für die Betreuung Demenzkranker neue Konzepte. Betroffene könnten - wie auch im Ausland - in Wohngemeinschaften oder Demenzdörfern betreut werden. „Wir müssen kreative Möglichkeiten suchen, wie wir Altenheime gut aufbauen können und wie wir neue Impulse in der Betreuung bekommen können“, sagte Burkhardt. In Deutschland fehle nicht nur Pflegepersonal, sondern auch der Mut, gute Ideen breiter umzusetzen. „Es bleibt oft bei Einzelaktionen und beim Prinzip ,Weiter wie bisher‘“, kritisierte Burkhardt. (epd)

Menschen mit Demenz bewegen

Bücher

Menschen mit Demenz bewegen

Bewegung hält fit, hebt die Stimmung und verbessert auch die Lebensqualität demenzkranker Menschen. Doch welche Übungen sind für Demenzkranke geeignet? Welche Bewegungen sind wirksam? Wie sind sie auszuführen? Das Handbuch stellt zahlreiche Bewegungsübungen vor. Darüber hinaus vermittelt es Hintergrundwissen zu den Themen: - Demenz und Bewegung - Auswirkungen von Bewegung auf das Gehirn - Zugangswege zu Demenzkranken über Bewegung - Organisation der Aktivierungsangebote Pflege- und Betreuungskräfte erreichen so das Ziel, demente Menschen durch Training möglichst lange mobil zu halten. Denn die Übungen verbessern Muskelkraft und Balancefähigkeit, vermindern das Sturzrisiko. Darüber hinaus fördern sie das Vergnügen an der Bewegung, in der Begegnung mit anderen Menschen Zufriedenheit und Lebensfreude. Der ausführliche Praxisteil ist in der Arbeit mit alten Menschen entstanden. Aus der Fülle der Anregungen wählt jede Pflegekraft die passenden Übungen. So lassen sich Menschen mit Demenz bewegen!

Das könnte Sie auch interessieren!

0 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu verfassen, melden Sie ich bitte an.

Login
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ok