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20. Aug 2021 | News

Länder planen Booster-Impfungen ab September

Nach Bayern und Hessen starten immer mehr Bundesländer mit den konkreten Planungen der dritten Impfung für pflegebedürftige Menschen. Die Gesundheitsministerkonferenz hatte Anfang August beschlossen, ab September Älteren und Pflegebedürftigen Auffrischimpfungen anzubieten (wir berichteten).

Seniorin, Impfung, AdobeStock/thodonal
Viele Bundesländer wollen auch für die dritte Impfung wieder mobile Teams in Alten- und Pflegeeinrichtungen schicken.
Foto: AdobeStock/thodonal

Das Land Bremen etwa bereitet sich auf Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus ab Anfang September vor. „Wir sind in der Feinplanung“, sagte Lukas Fuhrmann, Sprecher der Bremer Gesundheitssenatorin. Die Drittimpfungen seien zunächst für Risikogruppen wie etwa Ältere und Pflegebedürftige geplant, deren zweite Impfung mindestens sechs Monate zurückliege. Zu dieser Gruppe gehörten rund 5 300 Menschen. Geplant sei, für die dritte Impfung mobile Teams in Alten- und Pflegeeinrichtungen zu schicken. Betroffene Menschen, die zu Hause leben, sollen sich in Arztpraxen ein drittes Mal impfen lassen können.  Die Auffrischung sollte sechs Monate nach Abschluss der ersten beiden Impfungen erfolgen.

In Nordrhein-Westfalen sollen nach den Worten von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in den Pflegeeinrichtungen und bei den Menschen über 80 Jahren die Auffrischungsimpfungen praktisch ab sofort über Hausärzte starten, wenn die Zweitimpfung sechs Monate zurückliegt. Auch die Menschen, die zuhause gepflegt werden, sollen von den Hausärzten die Impfungen bekommen. Die Impfzentren in den Kreisen und kreisfreien Städten werden wie geplant Ende September aufgelöst. An ihre Stelle treten in jeder Kommune sogenannte „koordinierende Covid-Impfeinheiten“, erklärte  Laumann. Die vom Land finanzierten Koordinationsstellen sollen vor Ort dezentrale Impfaktionen und auch Auffrischungsimpfungen in Altenheimen organisieren.

Auch in Berlin und Brandenburg beginnen im September die Auffrischungsimpfungen gegen Corona. Das kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) vergangene Woche nach der Senatssitzung an. Demnach ist das gleiche Vorgehen wie bei den ersten Impfungen ab Ende Dezember 2020 geplant: Mobile Teams suchen Pflegeheime auf, um die Menschen dort zu impfen. Außerdem werden ältere Menschen –  zunächst die Gruppe der Ältesten – in Impfzentren eingeladen. In Brandenburg könnte die dritte Impfung in Absprache mit den Pflegeeinrichtungen und der Kassenärztlichen Vereinigung „ab September durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie durch mobile Impfteams angeboten werden“, wie das das Gesundheitsministerium mitteilte.

Booster-Impfung: Empfehlung der Stiko steht noch aus

Der Grund für die Impfauffrischung: Ersten Studien zufolge lässt der Impfschutz bei bestimmten Gruppen wie vor allem immungeschwächten Menschen, Höchstbetagten und Pflegebedürftigen nach. Eine offizielle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) steht bislang allerdings noch aus. Ihr fehlen nach eigener Darstellung die dafür notwendigen Daten. Nach Angaben des Potsdamer Landesministeriums ist das Bundesgesundheitsministerium gebeten worden, schnellstmöglich die Aufklärungsbögen für Auffrischungsimpfungen anzupassen und die technischen Voraussetzungen für Meldungen dazu an das Robert Koch-Institut zu schaffen.

Auffrischungsimpfungen in Bayern bereits möglich - Verwirrung in den Impfzentren

In Bayern herrscht derweil Verwirrung um die von Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) angekündigten Auffrischungsimpfungen (Booster) gegen Corona für Hochbetagte und Pflegebedürftige. Im schwäbischen Krumbach musste die Polizei am Montag (16. August) gegen einen 84 Jahre alten Mann einen Platzverweis aussprechen, weil er sich zuvor geweigert hatte, das Impfzentrum ohne Impfung wieder zu verlassen. Die Verantwortlichen im Impfzentrum hatten ihm nach Angaben der Polizei klargemacht, dass eine dritte Impfung derzeit nicht vorgesehen sei. Das Impfzentrum habe angegeben, über diese Neuerung nicht offiziell informiert worden zu sein, sagte ein Polizeisprecher.

Das Gesundheitsministerium stellte daraufhin klar, dass alle Impfzentren in Bayern bereits am Mittwoch vergangener Woche über die Möglichkeit von Auffrischungsimpfungen informiert worden waren. Hierfür sei der übliche und eingespielte Informationsweg über die Koordinatoren bei den Bezirksregierungen eingeschlagen worden. Letztlich seien jedoch die Impfzentren verantwortlich für die Impfungen. "Terminierung und Durchführung der Impfungen erfolgen in eigener Verantwortung der niedergelassenen Ärzte und der Impfzentren", hieß es von einem Ministeriumssprecher.

Gesundheitsminister Holetschek hatte am Montag (16.8.) erklärt, Auffrischungsimpfungen seien ab sofort möglich. "Die Impfzentren und die niedergelassenen, behandelnden Ärzte können in Bayern schon jetzt Auffrischungsimpfungen anbieten", hatte der Minister wörtlich am Montag erklärt. Ein Ministeriumssprecher sagte, dies sei jedoch kein allgemeiner Aufruf gewesen, sich für Auffrischungsimpfungen zu melden. Zunächst werde empfohlen, sich mit mobilen Teams auf Pflegeeinrichtungen zu konzentrieren.

Einige Impfzentren in Bayern machten sich die Aussage aus dem Ministerium zu eigen und boten schon am Montag Auffrischungen an - darunter etwa die Impfzentren in den Landkreisen Kelheim und Pfaffenhofen. Der Landkreis Kulmbach kündigte an, Drittimpfungen seien von nächsten Montag an möglich.

(dpa/ck)

 

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