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27. Jul 2021 | News

Statt Impfpflicht: "Impfen aus Solidarität"

Der Bremer Pflegewissenschaftler Stefan Görres lehnt eine Corona-Impfpflicht für das Personal im Gesundheitswesen ab. Allerdings sei er der Überzeugung, dass ein Impfschutz zur professionellen Pflege dazugehöre, sagte der Experte dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Wer professionell pflegt, muss sich impfen lassen – schon aus Solidarität gegenüber anderen Pflegenden und Pflegebedürftigen“, betonte Görres.

Corona-Schutzimpfung, AdobeStock/Benedikt
Eine hohe Impfquote und gute Plfege- und Betreuungsqualität gehören nach Auffassung des Pflegewissenschaftlers Stefan Görres zusammen.
Foto: AdobeStock/Benedikt

Frankreich und Griechenland wollen eine verpflichtende Corona-Impfung für Beschäftigte im Gesundheitswesen einführen (wir berichteten). Ungeimpftes Personal soll dann nicht mehr arbeiten können und bekommt dann auch kein Gehalt mehr. Nach Aussagen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben Angestellte in Krankenhäusern und Pflegeheimen sowie Arbeitskräfte mit Kontakt zu Risikopatienten nun bis Mitte September Zeit, sich impfen zu lassen. In Italien besteht bereits eine solche Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte.

Mit Blick auf Deutschland sagte Görres, man könne niemanden zwingen, sich impfen zu lassen. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit bleibe ein hohes Gut. Stattdessen sei es wichtig, niedrigschwellige Impf-Angebote zu machen: „Wir müssen die Impfungen zu den Menschen bringen.“

Hohe Impfquote korrelliert mit hoher Pflegequalität
Außerdem sei Deutschland im Vergleich zu Frankreich schon weiter, was die Impfquote angehe. Es gebe bereits Pflegeeinrichtungen, in denen 90 Prozent der Pflegekräfte geimpft seien. Insbesondere Häuser mit hoher Pflegequalität stünden gut da: „Das ist war nicht empirisch belegbar, aber ich behaupte, dass Einrichtungen, denen eine hochwertige Pflege wichtig war und ist, eine höhere Impfquote haben.“ Dabei spielten auch Faktoren wie eine überzeugende Vermittlung der Impf-Dringlichkeit und eine hohe Bindung zum Personal eine wichtige Rolle.

RKI-Befragung zur Impfquote in Krankenhäusern
Eine krankenhausbasierte Online-Befragung (Kroco) des Robert-Koch-Instituts, deren Ergebnisse Mitte Juli veröffentlicht wurden, hat indes für den Zeitraum der Studie vom 22.03.2021 bis 12.04.2021 ergeben: 83 Prozent des teilnehmenden Krankenhauspersonals hatte mindestens eine Impfung erhalten. 48 Prozent waren vollständig geimpft. Ein Großteil der Nicht-Geimpften gab an, sich “auf jeden Fall impfen” zu lassen (49 %) oder äußerte sich eher positiv (15 %). Die Hauptgründe gegen eine Impfung waren neben dem zum Befragungszeitpunkt fehlenden Impfangebot die Furcht vor starken Nebenwirkungen oder vor bleibenden Schäden, die Sorge, dass die neuen Impftechnologien nicht sicher sein könnten und der Wunsch noch abwarten zu wollen. Die zweite Befragungswelle vom 28. Juni bis 19. Juli 2021 ist gerade abgeschlossen. Ergebnisse liegen noch nicht vor.
Wie hoch der Anteil geimpfter Mitarbeitender in Altenpflegeeinrichtungen bundesweit ist, dazu hat das RKI bisher keine Daten erhoben.

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