Created with Sketch.

21. Apr 2021 | News

Eilantrag gegen Quarantäne stattgegeben

Eine vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Bewohnerin eines Pflegeheims hat sich vor Gericht erfolgreich gegen eine vom Gesundheitsamt angeordnete 21-tägige Quarantäne gewehrt. Das teilte das Verwaltungsgericht Münster am Dienstag mit und gaben dem Eilantrag statt. Der 80-Jährigen sollte es untersagt sein, ihre Räume ohne ausdrückliche Zustimmung des Gesundheitsamtes zu verlassen und Besuche zu außerhalb ihres Haushalts zu empfangen.

Foto: AdobeStock/rido
Viele Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen müssen Einschränkungen hinnehmen, obwohl sie vollständig geimpft sind.
Foto: AdobeStock/rido

Die Frau aus Altenberge im Münsterland hatte Kontakt zu einer Person, die mit einer gefährlichen Variante des Coronavirus infiziert war. Auf Anweisung des Gesundheitsamtes sollte sie für 21 Tage ihr Zimmer nicht mehr verlassen. Die spezielle Anordnung für die isolierte Versorgung gilt für die Bewohner von Altenheimen oder Pflegeheimen.

Diese Ordnungsverfügung erklärte das Gericht für rechtswidrig. Es ließe sich zwar trotz vollständiger Impfung nicht komplett ausschließen, dass die Frau Erreger aufgenommen habe. Aber es lägen Ermessensfehler vor. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Eine Beschwerde am Oberverwaltungsgericht ist möglich.

Die Richter kritisierten, dass das Gesundheitsamt nicht auf die individuelle Situation der Frau eingegangen sei. Eine Quarantäne in einer Pflegeeinrichtung sei eine weitaus höhere Belastung als im normalen häuslichen Umfeld. Auch habe das Amt nicht berücksichtigt, dass die Frau aus gesundheitlichen Gründen auf Bewegung angewiesen sei. Ausnahmen von der Absonderungspflicht seien nicht erwogen wurden. Dies wäre aber ohne weiteres möglich gewesen, erklärten die Richter. So hätte die Frau mit FFP2-Masken oder Schutzkleidung ausgestattet werden können, wie sie das Pflegepersonal bei Corona-Fällen trägt. Mögliche Zusammentreffen mit anderen Bewohnern hätten zudem verhindert werden können, indem sie in nur zu einer bestimmten Zeit ihre Zimmer für ihr Sportprogramm verlässt.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte die Politik auf, auf das Urteil aus Münster zu reagieren. „Es kann nicht sein, dass allein Gerichte Grundrechtseinschränkungen beenden. Die Politik muss endlich Verantwortung übernehmen“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. Trotz Zweitimpfung herrschten in den 12.000 Pflegeeinrichtungen oft strengste Kontaktbeschränkungen.

Aktivierung auf Entfernung

Bücher

Aktivieren auf Entfernung

Corona macht erfinderisch. Andrea Friese und Bettina M. Jasper stellen ein Konzept für die Aktivierung von Senioren per Post und Telefon vor. Die Gedächtnistrainerinnen ermutigen und unterstützen Sie als Betreuungskraft mit vielen kreativen Ideen, Tipps und Checklisten zu organisatorischen Fragen. So gelingt es Ihnen leichter, den Kontakt zu Ihren Senioren zu halten, wenn ein Treffen in der Seniorengruppe oder Tagespflegeeinrichtung nicht möglich ist. Ob Sie Aufgaben-Postkarten versenden, mit einem Hörquiz oder einer Bewegungsübung am Telefon aktivieren, ein Vorlese-Tandem organisieren oder neue Techniken wie Skype oder Zoom ausprobieren: Sie schenken älteren Menschen Lebensfreude, brechen Einsamkeit und Isolation auf, unterstützen Senioren dabei, körperlich und geistig fit zu bleiben. Die Übungen eignen sich natürlich auch für Einzel- und Gruppenaktivitäten in der Präsenzbegegnung.

Das könnte Sie auch interessieren!

0 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu verfassen, melden Sie ich bitte an.

Login
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ok